Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann. Sie ist mehr als nur vorübergehende Traurigkeit oder ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Eine Depression zeichnet sich durch eine tiefe, anhaltende Traurigkeit und ein stark vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten aus. Betroffene erleben oft Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und in schweren Fällen sogar Suizidgedanken.
Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und können genetische, biologische, psychologische und umweltbedingte Faktoren umfassen. Oft spielt eine Kombination dieser Faktoren eine Rolle. Zu den biologischen Ursachen gehören Ungleichgewichte in der Gehirnchemie, während psychologische Ursachen etwa in Traumata oder langfristigem Stress liegen können.
In diesem Seminar werden wir uns mit den verschiedenen Formen der Depression auseinandersetzen und die diagnostischen Kriterien beleuchten. Zudem werden wir auf die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eingehen, die von Psychotherapie über medikamentöse Therapie bis hin zu alternativen Ansätzen wie Achtsamkeitstraining und körperlicher Aktivität reichen. Ziel des Seminars ist es, ein tieferes Verständnis für die Komplexität der Depression zu entwickeln und zu erörtern, wie Betroffene unterstützt werden können.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Eltern mit Schwierigkeiten ihre Impulse und Gefühle zu regulieren, bringen sich und andere leicht an Grenzen. Oft ist es ein Balanceakt zu entscheiden, ob Kind und Mutter/Vater zusammen leben können, oder das Kind in seiner Entwicklung zu viel Schaden nehmen könnte. Wir wollen Ihnen in dieser Fortbildung Wissen über die Erkrankung und praxiserprobte Umgangsweisen vorstellen. Diese Methoden können dabei helfen Ihre vielleicht bestehenden Unsicherheiten in schwierigen Situationen abzubauen und einen „inneren roten Faden“ zu verfolgen. Wir beziehen uns u.a. auf die Dialektisch Behaviorale Therapie nach M. Linehan, eine störungsspezifische Behandlungsmethode mit Anteilen aus der Verhaltenstherapie und aus der Achtsamkeitslehre.
Das wollen wir vermitteln:
ein besseres Verständnis für Menschen mit BPS und anderen Impulskontrollschwierigkeiten
eventuelle Auswirkungen auf das Kindeswohl
die Wahrnehmung eigener Grenzen in der Zusammenarbeit
hilfreiche Strategien und konkrete Werkzeuge für den Betreuungsalltag
erreichen einer möglichst klaren Haltung im professionellen Kontext
Reflexion der Teamkultur
Anhand Ihrer eigenen Fallbeispiele werden Schwierigkeiten diskutiert sowie mit Übungen und Rollenspielen Lösungsansätze gesucht.
Eltern sind wichtige Partner im Hilfeprozess und ihre aktive Einbindung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern sowie für den Verlauf und Erfolg der Hilfen. Gleichzeitig stellt diese anspruchsvolle Aufgabe Fachkräfte immer wieder vor große Herausforderungen – geprägt durch komplexe Dynamiken und institutionelle Rahmenbedingungen.
Dieses Seminar lädt dazu ein, die eigene Handlungskompetenz in der Elternarbeit zu erweitern. Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, um mit einer wertschätzenden, annehmenden und wohlwollenden Haltung tragfähige Arbeitsbündnisse zu knüpfen. Es wird ein Raum geboten für den Austausch über herausfordernde Situationen aus der Praxis, zur Reflexion der eigenen Haltung und zur Entwicklung neuer Impulse für die Zusammenarbeit mit Eltern. Dazu erhalten die Teilnehmenden Einblicke in Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der Elternarbeit sowie in unterschiedliche Formen, Ansätze und Methoden.
Themen:
- Bedeutung, Ziele und Grenzen der Elternarbeit -Überblick über Formen, Ansätzen und Methoden - Aufbau tragfähiger Arbeitsbündnisse - Praxisnaher Austausch zu herausfordernden Situationen
Der Suizid eines Menschen erzeugt ein komplexes, emotional hoch aufgeladenes Feld, das sowohl Betroffene als auch Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. In der Arbeit mit Hinterbliebenen oder im direkten beruflichen Kontext mit suizidalen Ereignissen sind Sozialpädagog*innen häufig mit intensiven Gefühlen wie Ohnmacht, Schuld, Hilflosigkeit oder Scham konfrontiert. Die Frage nach dem "Warum" bleibt oft quälend offen und kann eine tiefe persönliche Betroffenheit auslösen. Diese Fortbildung bietet Fachkräften die Möglichkeit, sich mit den emotionalen und psychischen Auswirkungen suizidaler Krisen auseinanderzusetzen und eigene Ressourcen im Umgang mit diesen Belastungen zu stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei praxisnahe Ansätze zur Selbstfürsorge und Selbstregulation, die helfen, in der Konfrontation mit Suizid handlungsfähig und professionell zu bleiben.
Schwerpunkte der Fortbildung: • Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid • Die Dynamik zwischen Trauma und Trauer erkennen und einordnen • Einführung in wirkungsvolle Techniken zur Selbstregulation • Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis • Stärkung der eigenen Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen • Reflexionsräume und kollegialer Austausch
Methodik: Die Fortbildung verbindet theoretischen Input mit praxisorientierten Übungen, Selbsterfahrungselementen sowie Raum für kollegialen Austausch. Ziel ist es, individuelle Strategien zu entwickeln, die in belastenden Situationen unmittelbar unterstützend wirken und langfristig zur Resilienz beitragen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid
Dynamik zwischen Trauma und Trauer
Techniken zur Selbstregulation
Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen
Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis
Wir erleben in den Einrichtungen immer wieder, dass sich sehr schwierige Situationen mit einzelnen Jugendlichen oder der Gruppe entwickeln, die die Mitarbeiter*innen an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen.
An Beispielen aus der konkreten pädagogischen Arbeit wird diskutiert und verstehbar gemacht, welche Bedeutung der haltgebende Rahmen und die Haltung der Mitarbeiter*innen/des Teams für die Bewältigung schwieriger Situationen in der Betreuung der Jugendlichen haben und wie man die pädagogisch-therapeutische Praxis konstruktiv weiterentwickeln kann.
Es werden Fragen bearbeitet wie:
Was ist das therapeutische Milieu und was bewirkt es? Welche Bedeutung haben Übertragungen in der pädagogischen Arbeit? Wie kann ich besser verstehen, was in den Köpfen der Jugendlichen vorgeht? Was kann man durch Zusammenarbeit im Team erreichen? Wie kann die Dynamik in der Jugendlichen-Gruppe beeinflusst werden?
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Viele Jugendliche in den Einrichtungen sind mit psychischen Störungen belastet. Diese verändern das Erleben und Verhalten des Klientels und stellen uns Betreuende vor Fragen im Umgang damit. Durch das vermittelte Hintergrundwissen sollen die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, Erleben und Verhalten der Jugendlichen zu verstehen, eine gute Antwort darauf zu finden und sicherer mit den Erscheinungsformen der psychischen Störungen umzugehen.
Neben einer kurzen Einführung zu den Störungsbildern Angststörungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS) und Psychosen (Schizophrenien) und deren Entstehung beinhaltet das Fortbildungsmodul schwerpunktmäßig Antworten auf folgende Fragen:
Wie können die betroffenen jungen Menschen und ihre Symptomatik verstanden werden? Wie können diagnostische Beschreibungen (z.B. Klinikberichte) „übersetzt“ werden? Welche Herangehensweisen können förderlich für die Entwicklung der jungen Menschen sein? Welche sind besonders schwierige Betreuungssituationen? Wie sind die Reaktionen und Gefühle der Betreuenden und was kann unterstützend sein?
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Menschen in suizidalen Krisen begegnen uns Fachkräften in der psychiatrischen und psychosozialen Arbeit regelmäßig. Diese Situationen sind oft emotional herausfordernd und können auch bei erfahrenen Profis Gefühle von Unsicherheit, Angst oder Hilflosigkeit auslösen. Wie und was darf ich fragen? Wie schätze ich die aktuelle Gefährdung ein? Wie kann ich für die Betroffenen ein hilfreiches Gegenüber sein? Auch die Frage der professionellen Verantwortung erfasst uns in der Begegnung mit suizidalen Klient*innen ganz direkt. Die Fortbildung bietet eine fundierte und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der professionellen Begleitung suizidaler Menschen. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen und die eigene fachliche Kompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen zu stärken.
Inhalte der Fortbildung: • Erkennen möglicher Warnsignale suizidaler Krisen • Gesprächsführung und das Erfragen suizidaler Gedanken – mit praktischen Übungen im Rollenspiel • Aspekte der Gefährdungseinschätzung anhand von Fallbeispielen • Rechtliche Rahmenbedingungen und professionelle Verantwortung • Entwicklung hilfreicher Strategien im Umgang mit suizidalen Menschen im eigenen Arbeitsfeld • Aspekte der Beziehungsgestaltung und Bedeutung der professionellen Haltung
Die Fortbildung folgt einem strukturierten, suizidpräventiven Ansatz. Sie verbindet theoretisches Wissen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten und schafft Raum für Reflexion und Austausch.
Kursleiter*in:
Dr. med. Ulrike Wegner, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Arche München
Zielgruppe:
Fachkräfte in psychosozialen und gesundheitlichen Arbeitsgebieten, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Einschätzen von Suizidalität
Formen von Krisen und Suizidalität
Strategien im Umgang mit Menschen in Krisen und suizidalen Menschen
Professionell Helfende begegnen in ihrer Arbeit immer wieder Menschen in akuten Krisen oder mit suizidalen Gedanken. Besonders herausfordernd sind jene Momente, in denen Selbst- oder Fremdgefährdung angedroht oder möglich erscheint und bekannte Deeskalationsstrategien an ihre Grenzen stoßen.
Solche Situationen lösen auch bei uns als Fachpersonen intensive Gefühle aus – Verunsicherung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst, Druck oder auch Ärger. Oft stehen widersprüchliche Emotionen nebeneinander, während gleichzeitig schnelles und verantwortungsvolles Handeln gefragt ist. Wie können wir in diesen Momenten professionell und im Sinne des Klienten reagieren? Welche inneren und äußeren Ressourcen helfen uns, handlungsfähig zu bleiben? Und welche Interventionen sind in der jeweiligen Situation wirklich hilfreich?
In dieser Fortbildung werden theoretische Grundlagen und praxisnahes Wissen miteinander verknüpft. Ziel ist es, das Verständnis für Krisenprozesse zu vertiefen, eigene Reaktionsmuster zu reflektieren und konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln. Durch Kurzvorträge, Gruppendiskussionen und Fallarbeit werden die Teilnehmenden befähigt,
Krisen und Suizidalität frühzeitig zu erkennen,
ihr eigenes Verhalten in angespannten Situationen besser einzuordnen,
Risiken realistisch einzuschätzen und
angemessene Interventionen zu wählen.
Die Inhalte werden auf die spezifischen Arbeitsfelder und Anliegen der Teilnehmenden abgestimmt. Eigene Fallbeispiele sind ausdrücklich erwünscht und bieten die Möglichkeit, das Gelernte unmittelbar auf die eigene Praxis zu übertragen.
Hintergründe, Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Disorder sind Themen der Fortbildung. Es wird Basiswissen über psychogene Essstörungen anhand von Fallbeispielen aus der Praxis vermittelt. Das Seminar veranschaulicht den schleichenden Prozess der Entstehung von Essstörungen. Es zeigt Handlungsspielräume für die Behandlungsmotivation und Behandlungsmöglichkeiten.
Kursleiter*in:
Sylvia Baeck, Mitbegründerin von Dick und Dünn, Buchautorin
Wer kennt sie nicht, die negativen Stimmen im Kopf, die uns antreiben, be- und verurteilen und durch ihre subtilen Angriffe unseren Selbstwert, unsere Kreativität und Lebendigkeit untergraben: Das schaffst du nicht! Beeil dich und mach´ keine Fehler! Schau, dass alle zufrieden sind! Nicht gut genug! Sei belastbar und liebenswert! Sei perfekt!
Im Seminar wenden wir uns diesen Plagegeistern zu, um ihre Wirkung und Bedeutung besser zu verstehen und gesündere Strategien im Umgang mit Anteilen zu finden, die uns vermeintlich vor Schmerz, Fehlern und negativen sozialen Folgen schützen, tatsächlich aber eher Ängste, Druck und Stress erzeugen und verstärken.
Methoden: Einzel- und Kleingruppenarbeit, Übungen, Erfahrungsaustausch, Trainer - Input
Die Angst gehört zu unseren Grundemotionen und hat sich in der menschlichen Evolution als sinnvoll und hilfreich erwiesen. Doch bei einigen von uns verlässt die Angst den hilfreichen Bereich und entwickelt sich zu einer chronischen und lebenseinschränkenden Belastung. Neben Depressionen gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen (Jacobi et al., 2016), wobei sie viele verschiedene Gesichter annehmen und in jeder Altersphase auftreten können.
Diese Fortbildung soll einen Überblick über die verschiedenen Arten von Angststörungen geben sowie anhand von Diagnosekriterien und Praxisbeispielen helfen, diese bei Betroffenen zu erkennen und sie in der Bewältigung zu unterstützen. Dabei soll auch auf Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen eingegangen werden. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, Fälle aus der eigenen Arbeit einzubringen und diese in der Gruppe zu diskutieren sowie Lösungsideen zu sammeln.
Folgende Störungsbilder werden thematisiert:
Spezifische Phobie
Soziale Phobie
Agoraphobie
Panikstörung
Generalisierte Angststörung
Selektiver Mutismus
Trennungsangst
Nach dem Workshop weiß ich…
welche Formen von Angststörungen es gibt, woran ich sie erkenne und wie ich sie auseinanderhalte
wie Angststörungen entstehen und aufrechterhalten werden
welche Besonderheiten im Kindes-und Erwachsenenalter existieren
wie ich mit Betroffenen und Bezugspersonen darüber sprechen kann (u.a. Einblick in die Gesprächsführung)
welche Schutzfaktoren, Behandlungsmethoden und Hilfestellen es gibt
wie ich Betroffene in meiner Arbeit unterstütze
Kursleiter*in:
Lisa Reinshagen, M.Sc. Psychologin, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Wir gehen im Seminar davon aus, dass Leitungskräfte alles, was sie für Ihre Arbeit brauchen bereits in sich tragen. Manches davon kann sicher erweitert oder verändert werden. Denn woran sollen sich Leitungskräfte in komplexen, schwierigen Situationen orientieren, wenn nicht an sich selbst?
Im Seminar werden wir uns austauschen über Erfahrungen, die wir mit Leitungskräften in unserer beruflichen Laufbahn gesammelt haben. Wir rekonstruieren das Verständnis von Führung im Wandel der Zeit und betrachten aktuelle Leitungsmodelle. Wir versuchen die Aufgaben von Leitung zu definieren. In Anerkennung der Komplexität und Unvorhersehbarkeit der modernen Arbeitswelt und der sich daraus ergebenen Unsicherheiten und Dilemmata, wie die Regulation von Nähe und Distanz, von Gleichbehandlung aller und dem Eingehen auf den Einzelfall, von Wirtschaftlichkeit und Qualität usw., in der jede Leitungskraft in der Regel steckt, suchen wir nach Orientierungspunkten. Die Beschäftigung mit den eigenen wegweisenden Werten wird dabei eine Rolle spielen.
Außerdem beschäftigen wir uns im Seminar mit Ausgleichsleistungen, die nötig werden, wenn die Arbeit in Teams ungleich verteilt ist. Denn diese Ungleichheit erzeugt auf lange Sicht Unfrieden zwischen den MitarbeiterInnen. Uns interessiert, wie Leitungskräfte diesen Ausgleich fördern können.
Suchterkrankte Menschen tragen oft schwere Verluste und Abschiede mit sich. Ich verstehe den Suchtmittelkonsum als einen Lösungsversuch, mit Verlusten umzugehen und zugleich die Ohnmacht und den Schmerz nicht länger aushalten zu müssen. Einmal angenommen, Trauer, in all ihren Facetten, könnte auch eine Lösung sein, die vielleicht auf längere Sicht heilsam wäre. Was wäre dann anders? In der Fortbildung verbinde ich die Erfahrungen der Trauerbegleitenden mit einer systemischen Haltung in der Suchtarbeit. In dem Zusammenhang beschäftigen wir uns auch mit der wichtigen Frage, welche guten Gründe Schuldkonstruktionen haben können.
Methoden: -Aufstellungen und Arbeit mit inneren Anteilen -Facetten der Trauerarbeit nach C. Paul -Einsatz von Ritualen -Stabilisierungstechniken
„Alle Kinder mit ADHS sind hyperaktiv“, „ADHS haben nur Jungs“, „ADHS ist nur eine Ausrede“ oder „ADHS gibt es gar nicht“. Die Liste der Mythen ist lang. Kaum einer anderen psychischen Störung wird mit so vielen Vorurteilen begegnet wie der ADHS. Doch Vorurteile und Mythen entstehen meist dort, wo es an Wissen fehlt. Besonders in sozialen Berufen sollte diese Wissenslücke jedoch geschlossen werden, da diese einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung einer ADHS liefern können. Dieser Workshop soll nicht nur den gängigsten Mythen auf den Grund gehen, sondern soll vor allem einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der ADHS im Kindesalter und den Umgang damit liefern.
Krisen haben viele Gesichter und insbesondere bei jungen Menschen oft eine hohe Dynamik. Manchmal spitzen sie sich bis zur Suizidalität hin zu. In dieser Fortbildung wird vermittelt, wie sich Krisen möglichst frühzeitig erkennen lassen und wie ein zielführender Umgang damit gelingen kann. Schwerpunkte liegen dabei auf der Einschätzung von Suizidalität sowie der Kontaktgestaltung mit suizidgefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es wird Raum zur Reflexion eigener Reaktionen und Handlungsimpulse gegeben sowie Anregungen zur selbstfürsorglichen Gestaltung der Arbeit mit den Betroffenen.
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Immer wieder gehen Jugendliche in unseren Einrichtungen durch mehr oder weniger schwere Krisen. Manchmal sind diese auch begleitet von Gefühlen der Verzweiflung und des „nicht-mehr-weiter-Wissens“. Zur Begleitung der Jugendlichen ist es erforderlich, Inhalte und Methoden der Krisenintervention zur Verfügung zu haben. Auch die Einschätzung darüber, wie akut die Krisen sind und der sichere Umgang damit gehören zum notwendigen Handwerkszeug der Pädagog*innen. In diesem Modul sollen Kenntnisse vertieft und über Handlungsstrategien gearbeitet werden. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Androhung und mögliche Ausübung von Gewalt. Hier liegt der Fokus in der vorausschauenden Vermeidung von Eskalationen durch Deeskalationsstrategien. Welche Grundhaltungen sind hilfreich und was muss ich tun, um deeskalierend zu wirken und zu handeln? Welche Warnhinweise gibt es für Eskalationen? Wie kann ich rechtzeitig eingreifen? Diese und weitere Fragen begleiten uns an diesem Tag.
Kursleiter*in:
Helmut Elle, Diplom Sozialpädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Inhalte und Methoden der Krisenintervention
Einschätzung von akuten Krisen
Umgang mit Androhung und möglicher Ausübung von Gewalt
Deeskalationsstrategien
Preise:
Teilnahmegebühr: 195,00 €
Ermäßigt: 175,00 €
Kategorie:
Modul Weiterbildung, Suizidgefährdung, Methode, Aggression, Psychische Erkrankung
trans* Personen sind Nutzer*innen von Jugendarbeit, Jugend- und Eingliederungshilfe. Ihre spezifischen Versorgungsbedürfnisse sind häufig noch nicht in den Hilfe- und Betreuungskontext „übersetzt“. Neben der Vermittlung der aktuellen psychosozialen, medizinischen und rechtlichen Lebens- und Versorgungssituation sollen praxisorientierte Anregungen für die beraterische und betreuende Arbeit gegeben werden. Vorhandene Betreuungsangebote und -konzepte können auf ihre Inklusivität von geschlechtlicher Vielfalt hin betrachtet werden und es werden Anregungen zur Weiterentwicklung gegeben. Die eigene Praxis im Versorgungssystem wird reflektiert und die professionelle Haltung gestärkt .
Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen, kurz trans* Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen trans* Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln.
Kursleiter*in:
Mari Günther, systemische Therapeutin, Diplom Gemeindepädagogin, Bundesverband Trans* e.V. (BVT*)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Vermittlung der aktuellen psychosozialen, medizinischen und rechtlichen Lebens- und Versorgungssituation
Anregungen für die beraterische und betreuende Arbeit
Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern
Spezifika der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Begegnung mit Vorannahmen über Geschlecht, geschlechtlicher Identität und Sexualität
Durch traumatische Einzelereignisse oder durch langfristig schädigende Bindungserfahrungen können regressive Schemata und Subjekt-Objekt-Konstellationen entstehen, die in Belastungssituationen der Gegenwart aktualisiert werden und den Gegenwartsbezug überlagern, verfälschen oder gar aufheben. Dies bedarf spezifischer Behandlungsmethoden, die regressiven States entgegensteuern. Vermittelt wird die „Arbeit mit dem Inneren Kind“ als ein klinisch bewährtes Vorgehen.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Universität Kassel, Autor diverser Sachbücher
Die sexualpädagogische Begleitung junger Menschen im stationären Bereich stellt Fachkräfte der Sozialpädagogik vor stetig neue Fragen und Herausforderungen. Um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene professionell und bedarfsgerecht begleiten zu können, ist es notwendig, aktuelle Entwicklungen in sexuellen Lebensrealitäten, jugendlichen Subkulturen und digitalen Trends zu verstehen. Gleichzeitig braucht es eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung, um einen sicheren, sensiblen und reflektierten Umgang mit dem Thema Sexualität zu gewährleisten.
Diese Fortbildung bietet den Teilnehmenden Raum zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung im Bereich der Sexualpädagogik. Sie erhalten Einblick in aktuelle Methoden, Materialien und Literatur und werden ermutigt, eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Fragen einzubringen. Die Arbeit findet in einem geschützten, wertschätzenden Rahmen statt und orientiert sich an den Bedarfen der Teilnehmenden.
Schwerpunkte der Fortbildung:
Psychosexuelle Entwicklung: Entwicklungsschritte von Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter auch im Kontext von Beeinträchtigungen
Sexualität und Identität: Definitionen und Dimensionen sexueller Identität, auch im transkulturellen Kontext
Sexuelle Orientierung: Modelle, Phasen und die Bedeutung für die Begleitung junger Menschen
Sexuelle Bildung in digitalen Zeiten: Umgang mit der „Pornografisierung“ der Jugendsexualität
Fallarbeit: Bearbeitung mitgebrachter Fälle und Praxissituationen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden (z. B. Themen wie Liebe, Partnerschaft, Familienplanung, sexuelle Grenzverletzungen)
Methodik: Die Fortbildung verbindet fachliche Inputs mit interaktiven Methoden, kollegialem Austausch und reflektierender Gruppenarbeit. Eigene Fallbeispiele und Fragen aus der Praxis der Teilnehmenden stehen im Zentrum.
Ziel der Fortbildung: Die Teilnehmenden sollen sich sicherer im Umgang mit Fragen rund um Sexualität und Identitätsfindung fühlen, ihr Fachwissen erweitern und ihre eigene Haltung reflektieren können – für eine professionelle, sensible und wertschätzende Begleitung junger Menschen in ihrer sexuellen Entwicklung.
Kursleiter*in:
Lucyna Wronska, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Sexual- und Paartherapie
Jugendliche sind auf der Suche nach Erlebnissen, Selbstwirksamkeit und Grenzen. Der Konsum psychoaktiver Substanzen kann dabei Teil der Identitätsentwicklung sein. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das: Drogenkonsum gehört heute – ob gewollt oder nicht – zu den zentralen Themen, mit denen sie professionell umgehen müssen. Gerade bei sensiblen Themen wie Drogen ist es entscheidend, einen offenen, ehrlichen und kompetenten Dialog zu ermöglichen. Pauschale Verbote führen oft zu Widerstand, Bagatellisierung oder Rückzug. Ziel ist es, mit Jugendlichen gemeinsam eine verantwortungsbewusste, reflektierte Haltung zum Konsum zu entwickeln – ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu erheben. Ein besonderer Fokus liegt auf dem gesellschaftlichen Kontext: Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der legale Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamente eine hohe soziale Akzeptanz genießen – während illegale Drogen stigmatisiert werden. Diese Doppelmoral wirkt sich unmittelbar auf junge Menschen aus, die zunehmend mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert sind. Aktuell verschärft wird diese Debatte durch die Teillegalisierung von Cannabis. Pädagogische Fachkräfte sehen sich dadurch mit neuen Herausforderungen konfrontiert:Wie lässt sich Kinder- und Jugendschutz unter veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen wirksam umsetzen?
Wie kann man Jugendliche sachlich informieren, ohne zu verharmlosen – aber auch ohne moralischen Druck auszuüben? Das Seminar bietet Raum für eine differenzierte, kritische Auseinandersetzung mit der Legalisierung, ihren gesellschaftlichen Wirkungen und ihrer Bedeutung für die pädagogische Praxis. Sie lernen: -Wie Sie eine offene, fachlich fundierte Haltung zu Sucht und Konsumkultur entwickeln. -Wie Sie Jugendliche im Umgang mit Risiken stärken, ohne ihre Selbstbestimmung zu untergraben. -Wie Sie Konsumverhalten erkennen, ansprechen und reflektieren – auch im Spannungsfeld aktueller Gesetzesänderungen.
Das Seminar bietet praxisnahes Wissen zu: -Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz und deren Bedeutung für Risikoverhalten -Konsummustern und Auswirkungen auf das jugendliche Gehirn -Rechtlichen Grundlagen (BtMG, Jugendschutzgesetz, Arbeitsschutz, Schulrecht)
Gemeinsam reflektieren wir, wie pädagogisches Handeln zwischen Selbstbestimmung, Schutzauftrag und gesellschaftlicher Verantwortung gestaltet werden kann.
-Themenschwerpunkte & Leitfragen: -Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant? -Woran erkenne ich Konsum – und wie spreche ich ihn professionell an? -Wie gehe ich im Team mit unterschiedlichen Haltungen um? -Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag? -Welche rechtlichen Grundlagen sind relevant? -Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Kursleiter*in:
Christian Geurden, Diplom Sozialpädagoge, Suchtberater
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant?
Woran erkenne ich Drogenkonsum – und wie spreche ich ihn professionell an?
Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag?
Wie gehe ich persönlich mit diesem Thema um, wie agiere ich als Mitglied eines Teams?
Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Ziel psychosozialer Arbeit ist eine möglichst weitgehende Selbstbestimmung ihrer Klient*innen, die für Bewohner*innen der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten in vielfacher Hinsicht realisierbar geworden ist. Wie in allen Zeiten unterliegen wir aber weiterhin Naturgesetzen und vielfältigen gesellschaftlichen Bedingungen. Die Behauptung eines autonomen Individuums verschleiert sein gleichzeitiges beherrscht werden: intrapsychisch durch das Unbewusste, aber auch gesellschaftlich durch die Gesetze des Marktes und durch die technologische Entwicklung in einer digitalisierten Welt. Die Wirkmächtigkeit des Einzelnen hängt von der Anerkennung seines Eingebundenseins ab. Dies gilt für das Individuum, seine Selbstbestimmung und ihre Grenzen wie für die Begrenzung des technisch Machbaren in einem bedrohten Ökosystem. Bewusste Verantwortung als Grundlage menschlichen Lebens erfordert Anerkennung von Begrenzungen. In dem Seminar werden die Begrenzungen und Abhängigkeiten des Einzelnen deutlich gemacht und diskutiert. Durch dieses vertiefte Bewusstwerden wird die psychosoziale Arbeit mit den Klienten um eine notwendige und wesentliche Dimension bereichert.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Martin Teising, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Lehranalytiker der Deutschen und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung
Zielgruppe:
Angehörige aller psychosozialen Berufe
Schwerpunkt:
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: Gesundheit und Krankheit
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: hohem Lebensalter
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: Suizidalität
Nach Expertenmeinung leiden professionelle Helfer*innen häufig an Traumata, ohne die zu Grunde liegenden Ereignisse selbst erlebt zu haben. Sie können von Gefühlen, die in der Begegnung mit traumatisierten Menschen ausgelöst werden, geradezu überwältigt sein. In der Resonanz hat das Trauma „ansteckende“ Wirkung und löst Belastungen aus, die als Sekundärtraumatisierung bezeichnet werden. Symptome einer sekundären Traumatisierung können ähnlich einer primären Traumatisierung sein. Diese sind u.a.: Gefühle von Erschöpfung, Müdigkeit, Zweifel am Sinn der Arbeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sich taub fühlen und keine Freude mehr empfinden.
Ziele des Seminars sind Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen und Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer*innen wird die eigene praktische Psychohygiene im Mittelpunkt stehen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen
Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung
Die Arbeit mit psychisch belasteten Klient:*innen stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte in der Jugendhilfe. Sie erfordert Einfühlungsvermögen, Resilienz sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstregulation. Begegnungen mit Klient*innen können dabei intensive Gefühle auslösen, die einerseits eine wertvolle Ressource für die Beziehungsarbeit darstellen, andererseits aber auch belasten sind und die fachliche Einschätzung beeinträchtigen können. Ein bewusster Umgang mit diesen emotionalen Erfahrungen ist daher entscheidend, um Jugendliche und ihre Familien kompetent und stabil begleiten zu können.
In diesem Seminar lernen Sie einen praxisnahen Rahmen auf Grundlage der Mentalisierungstheorie kennen. Er unterstützt Sie dabei, Ihre eigenen Toleranz- und Mentalisierungsfenster wahrzunehmen und persönliche Muster in Situationen emotionaler Überforderung zu erkennen. Anhand von Fallbeispielen reflektieren Sie verstrickte Dynamiken und erhalten Impulse und Strategien, um Denkraum und emotionalen Abstand zu gewinnen. In praktischen Übungen erproben Sie zudem Selbstregulationstechniken, die Ihnen helfen, Ihre emotionale Stabilität im Berufsalltag zu stärken und Ihre Arbeit mit belasteten Jugendlichen noch professioneller zu gestalten.
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Längst ist inzwischen klar, dass Selbstverletzendes Verhalten für die meisten Patient*innen eine Form der Selbstfürsorge, der Stress-Regulation ist. Darüber hinaus zeigen aber sehr viele Menschen mit erheblichen Problemen eine ausgeprägte Tendenz, sich selbst zu schädigen, sich das Leben unverständlich schwer zu machen und eine therapeutische Arbeit zur Förderung der Selbstfürsorge geradezu als Bedrohung zu erleben und zu bekämpfen. Im Seminar wird dieses Verhalten versucht zu verstehen, und es werden verschiedene Behandlungsansätze vermittelt. Themen sind: Selbstverletzendes Verhalten, Selbst-Feindlichkeit, Täterintrojekte bei komplexen Trauma-Folgestörungen, Arbeit mit Täter-Introjekten: Imaginatives Vorgehen, sokratisches Fragen, systemisches Verständnis.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Universität Kassel, Autor diverser Sachbücher
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Auch wenn die Jugendlichen, die in der Wohngruppe leben, als Einzelne mit ihren besonderen Fragestellungen und Problematiken gesehen und betreut werden, so leben sie zugleich in einer Gruppe. Für viele ist gerade der Kontakt und das sich-in-Gruppen-bewegen eine zentrale Schwierigkeit ihres Erlebens, die sie oft nur schwer bewältigen können. Die Arbeit mit der Gruppe der Jugendlichen ist eine unvermeidbare Aufgabenstellung für die einzelnen Betreuer*innen und das Team, das ebenfalls eine Gruppe ist. Prozesse der Gruppendynamik wahrzunehmen und die Arbeit mit der Gruppe als aktiven Prozess zu gestalten, sich selbst als Teil der Dynamik in Betracht zu ziehen, bildet eine Grundlage auch für die Arbeit mit den einzelnen Jugendlichen und soll in diesem Modul vermittelt werden.
Bindungsmuster und deren Störungsbilder, Sensibilisierung und Umsetzung von Nähe und Distanz
Bindung gehört zum grundlegenden Bedürfnis aller Menschen. Sie ist ein wesentliches Element, um in der professionellen Begleitung von Menschen Einfluss auf die Entwicklung der zu Betreuenden zu nehmen. In der Praxis unserer Arbeit haben wir es vielfach mit bindungsgestörten Klient*innen zu tun, die sich abweisend, aggressiv und widersprüchlich verhalten. Um den Jugendlichen neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen, braucht es einen klaren Blick auf Beziehungsdynamiken und mögliche Verstrickungen. Wer gesunde Grenzen in der Übernahme von Verantwortung für sich und den Klienten findet, kann leichter auf Grenzüberschreitungen reagieren, Überforderungssituationen auflösen und angemessene Formen des Kontaktes schaffen. Der kluge Umgang mit schwierigen Situationen ist immer auch ein kluger Umgang mit sich selbst.
Am ersten Tag geht es entsprechend um eigene Stärken und Ressourcen des Selbstkontaktes und der Selbstregulation sowie um innere Überzeugungen, die Räume für Begegnung öffnen bzw. blockieren.
Der zweite Tag beschäftigt sich mit schwierigen Alltagsituationen und dem Blick auf bindungsgestörte Klient*innen, um manipulative Beziehungsdynamiken zu erkennen und Nähe- und Distanzregulation zu üben.
Führungskräfte im psychosozialen Bereich stehen täglich vor der Herausforderung, komplexe Anforderungen zu koordinieren: eigene Ansätze und Werte, Erwartungen von Mitarbeitenden, institutionelle Rahmenbedingungen sowie externe Vorgaben. Diese Vielschichtigkeit souverän zu gestalten, ist Kern guter Führung. In dieser Fortbildung lernen Sie, Ihr Selbstmanagement zu schärfen und Ihre Handlungsfähigkeit gezielt zu erweitern. Ziel ist es, dass Sie Ihre Leitungsrolle klarer, effizienter und proaktiv ausfüllen – und dabei neue Energie für Ihre tägliche Praxis gewinnen.
Inhalte: · Zeitmanagement optimieren: den richtigen Zeitpunkt für Interventionen erkennen und nutzen · Proaktives Denken entwickeln: wichtige Aufgaben rechtzeitig und wirksam angehen · Rollen klären: bewusst unterscheiden zwischen eigenem Handeln und Delegieren an Mitarbeitende
Methoden: · Analyse aktueller Lebens- und Berufsrollen im organisationalen Kontext · Erkennen von Mustern in Erfolgen und Konflikten als Ansatzpunkt für wirksame Interventionen · Training mit spezifischen Tools, künstlerischen und musikalischen Methoden · Gruppencoachings zur Reflexion und Umsetzung im eigenen Praxisfeld
Ablauf: · 1-tägiges Präsenztraining · Optional (nicht im Preis inbegriffen) gibt es die Möglichkeit, 4 begleitende Online-Gruppencoachings zur nachhaltigen Integration in Ihre Führungspraxis zu erhalten. Hier werden Sie ein eigenes Projekt aus Ihrem Arbeitsfeld als persönlichen Entwicklungsgegenstand bearbeiten.
Nutzen für Sie · Mehr Klarheit über Ihre Rolle und Ihren Beitrag in der Organisation · Gestärktes Selbstbewusstsein im Umgang mit komplexen Rahmenbedingungen · Effizienteres, souveräneres Leiten von Prozessen · Erfrischung und Stärkung für Ihre tägliche Leitungspraxis
Kursleiter*in:
Heiner von Viebahn, Supervisor DGSV, Sozialpädagoge, Organisationsberater
Zielgruppe:
Führungskräfte im psychosozialen Bereich, angehende Führungskräfte
In diesem praxisorientierten (Selbsterfahrungs-) Seminar entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, Symbole gezielt einzusetzen. Hierzu gibt es praktische Übungen zur Symbolarbeit als auch Tipps für den Einsatz in Beratung, Coaching und Therapie.
Symbolarbeit ist eine Methode, die Symbole gezielt nutzt, um innere Prozesse, unbewusste Inhalte und persönliche Entwicklungen sichtbar und bearbeitbar zu machen. Sie wird in vielen Kontexten angewendet – etwa in Therapie, Coaching, Pädagogik, Supervision und der Traumaarbeit.
Symbole wirken tief auf unser Unbewusstes. Durch ihre Verwendung lassen sich innere Bilder, Gefühle, Konflikte oder Ressourcen in eine äußere, sichtbare Form bringen. Dies ermöglicht es, Themen zu „begreifen“, zu bearbeiten und oft auch leichter zu transformieren.
Bei der Arbeit mit Symbolen wählen Klient*innen Gegenstände (z. B. Steine, Figuren, Naturmaterialien, Spielmaterial), die innere Themen oder Zustände symbolisieren. Diese werden z. B. auf dem Boden arrangiert (ähnlich wie bei einer Aufstellung).
Ziel der Symbolarbeit ist es,
Zugang zum Unbewussten schaffen
Ressourcen aktivieren
Konflikte externalisieren
Emotionale Entlastung ermöglichen
Entscheidungen oder Entwicklungsprozesse klären.
Die Wirkung dieser Methode:
Aktiviert intuitive und emotionale Aspekte der Entscheidung
Ermöglicht Perspektivwechsel und emotionale Klarheit
Reduziert Verwirrung, weil das Thema „begreifbar“ wird
Unterstützt die Eigenverantwortung im Entscheidungsprozess.
Kursleiter*in:
Karin Vogel, Diplom Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Zielgruppe:
Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich
Schwerpunkt:
Üben des Einsatzes von Symbolen in entspannter Atmosphäre
Im Kontext von psychosozialer Arbeit ist die Beziehungsgestaltung zu unseren Klient*innen sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting immer wieder eine Herausforderung in den helfenden Berufen. Wir sind oft mit Wünschen und Sehnsüchten jedoch auch mit Ablehnung und Feindseligkeit uns gegenüber konfrontiert. Dann fragen wir uns, wieviel Nähe tut den Klient*innen gerade gut und wo ist Abgrenzung notwendig. Manchmal jedoch sind wir verstrickt, so dass wir erst im Nachhinein bemerken, dass über unsere Grenzen gegangen wurde oder wir die Grenzen der Klient*innen verletzt haben. Um unseren Klient*innen ein gesundes Beziehungsangebot machen zu können, ist es wichtig, unser Nähe- und Distanzverhalten zu reflektieren.
In dieser Fortbildung wollen wir die Möglichkeit geben, die Haltung bezüglich Nähe und Distanz zu den Klient*innen anzuschauen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dies wollen wir auch mit Hilfe von praktischen Übungen tun. Gerne können auch eigene Fälle mitgebracht werden.
Kursleiter*in:
Gerlinde Huber, Diplom Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Fachkräfte in psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeldern sind geübt darin, Menschen in persönlichen Krisen zu begleiten und zu stabilisieren. Doch was geschieht, wenn kollektive Krisen – globale Konflikte, gesellschaftliche Spannungen, ökologische und ökonomische Unsicherheiten – uns alle betreffen? Wenn diese Phänomene auch bei „den Profis“ Verunsicherung, Angst, Erschütterung oder Erschöpfung auslösen?
Diese Fortbildung bietet Raum, die eigene Resilienz zu stärken und Wege zu finden, innerlich stabil zu bleiben, auch wenn das Außen wankt. Denn Krisen tragen immer auch die Möglichkeit in sich, Entwicklung und Wandlung anzustoßen.
Gemeinsam wollen wir erkunden:
Welche Chancen und Lernfelder können in herausfordernden Zeiten liegen?
Welche Haltungen, Überzeugungen und Muster unterstützen oder behindern unsere innere Stärke?
Wie gelingt es, präsent, handlungsfähig und mitfühlend zu bleiben – für uns selbst, unser Umfeld und unsere Klient*innen?
In einem geschützten und wertschätzenden Gruppenrahmen verbinden sich theoretische Impulse mit Selbsterfahrung und Reflexion. Kurze Inputs zu Krise, Trauma und Entwicklung wechseln sich mit dialogischen, mentalen, körperorientierten und aufstellungsbasierten Methoden ab. So entsteht ein Prozess, der individuelles Coaching innerhalb der Gruppe ermöglicht und persönliche Ressourcen sichtbar macht.
Thematische Schwerpunkte:
Verantwortung in Zeiten kollektiver Erschütterungen: „Darf es mir gut gehen, wenn es anderen schlecht geht?“
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten
Eigene Ausrichtung finden – ohne andere(s) abzulehnen
Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Polarisierungen: Entwicklung von Ambiguitätskompetenz
Offenheit und Neugier bewahren – trotz Unsicherheit und Wandel
Diese Coaching-Tage bieten Freiraum und Struktur, um persönliche Stabilität, berufliche Wirksamkeit und innere Balance neu zu entdecken und zu stärken.
Kursleiter*in:
Claudia Ehlert, Soziologin, M. A., Supervisorin (DGSv) und Fortbildnerin mit Schwerpunkt Psycho-Traumatologie/Trauma-Pädagogik
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten
Kreative Methoden können Prozesse beleben und Interaktionen erleichtern, körperlich und geistig in Bewegung bringen und entspannen. Ziel dieses Seminars ist es, das eigene Handlungsrepertoire zu erweitern, Kreativität und Flexibilität zu erhöhen, um die pädagogische Arbeit mit Klient*innen wirksamer und nachhaltiger werden zu lassen. Das Seminar hat Werkstattcharakter. Gemeinsam werden die verschiedenen Techniken erlebbar gemacht und auf ihre Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten für die psychosoziale und pädagogische Beratung erprobt. Inhalte sind: Bewegungsübungen, Selbstregulationsübungen, Elemente aus dem pädagogischen Psychodrama, Arbeit mit Symbolen, Visualisierungstechniken.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Mitarbeiter*innen in psychosozialer und pädagogischer Beratung
Schwerpunkt:
Erweiterung des professionellen Handlungsspielraums
Verstärkung der Wirksamkeit des pädagogischen Handelns
Erprobung verschiedener Techniken im Werkstattcharakter
Die Zwangsstörung ist geprägt von einem Leben in Angst und unter der Kontrolle von zwanghaften Gedanken und Verhaltensweisen. Ohne Behandlung ist ihr Verlauf meist chronisch, weshalb ein frühes Eingreifen – wie bei vielen psychischen Erkrankungen – besonders wichtig ist. Die Symptomatik ist jedoch komplex, sodass Betroffene fast immer auf die Hilfe von außen angewiesen sind. Dieser Workshop vermittelt fundiertes Wissen über die Entstehung, Symptome und unterschiedlichen Ausprägungen von Zwangserkrankungen. Sie erfahren, wie man zwanghaftes Denken und Verhalten erkennt und wie man im professionellen Rahmen damit umgeht. Zudem erhalten Sie praxisnahe Strategien, um betroffene Klienten gezielt zu unterstützen, die Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen.
Lerninhalte: • Symptomatik und Ausprägungsformen • Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter • Ursachen und Entstehung • Behandlungsmethoden und Interventionsmöglichkeiten • Fallarbeit
Kursleiter*in:
Lisa Reinshagen, M.Sc. Psychologin, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Symptomatik und Ausprägungsformen
Besonderheiten im Kindes-und Jugendalter
Ursachen und Entstehung
Behandlungsmethoden und Interventionsmöglichkeiten