Krisen haben viele Gesichter und insbesondere bei jungen Menschen oft eine hohe Dynamik. Manchmal spitzen sie sich bis zur Suizidalität hin zu. In dieser Fortbildung wird vermittelt, wie sich Krisen möglichst frühzeitig erkennen lassen und wie ein zielführender Umgang damit gelingen kann. Schwerpunkte liegen dabei auf der Einschätzung von Suizidalität sowie der Kontaktgestaltung mit suizidgefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es wird Raum zur Reflexion eigener Reaktionen und Handlungsimpulse gegeben sowie Anregungen zur selbstfürsorglichen Gestaltung der Arbeit mit den Betroffenen.
Der Umgang mit sexualisiertem Verhalten oder sexualisierter Gewalt von Klient*innen oder der Umgang mit Sexualstraftäter*innen als Klient*innen stellt uns als Betreuer*innen in der ambulanten, teilstationären oder stationären Versorgung vor eine besondere Herausforderung. Sexualität berührt einen intimen Bereich unseres Lebens, darüber zu sprechen erfordert Mut und nicht selten wird dieser Bereich in der psychosozialen Arbeit zwischen Betreuten und Betreuer*innen weitgehend ausgeklammert. In der Arbeit sehen uns mit verschiedenen, für die Arbeit relevanten Fragestellungen konfrontiert, wie zum Beispiel: Wie prüfe ich, ob jemand mit einem solchen Hintergrund von uns/mir betreut werden kann? Darf ich eine Betreuung ablehnen – und wenn ja, wie begründe ich das? Wie schütze ich mich, meine Kolleg*innen, meine Betreuten? Wie gehe ich mit einer Opfer-Täter-Dynamik in einer Wohngruppe um? Wie spreche ich über Sexualität und sexualisierte Gewalt? In dieser Fortbildung werden wir uns diesen Problembereichen stellen und gemeinsam lösungsorientierte Handlungsmöglichkeiten erarbeiten.
Die Teilnehmer*innen
Lernen zu erkennen, wo die Grenze zu sexuellen Übergriffen und sexuellem Missbrauch verläuft
Verstehen die Dynamik der Entstehung von sexueller Gewalt
Lernen den Umgang mit sexuell verletzten Menschen
Erfahren die neusten Forschungsergebnisse in Bezug auf Folgen der sexuellen Gewalt einschließlich der Gehirnforschung
Erhalten Hinweise für die Begleitung von Betroffenen von sexueller Gewalt
Kursleiter*in:
Lucyna Wronska, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Sexual- und Paartherapie
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Lernen zu erkennen, wo die Grenze zu sexuellen Übergriffen und sexuellem Missbrauch verläuft
Dynamik der Entstehung von sexueller Gewalt verstehen
Umgang mit sexuell verletzten Menschen lernen
Neuste Forschungsergebnisse in Bezug auf Folgen der sexuellen Gewalt einschließlich der Gehirnforschung
Die zwei Fortbildungstage verbinden die Themen Trauma und Sucht miteinander. Am ersten Tag geht es v.a. um Fragen: Was ist ein Trauma? Welche Auswirkungen haben traumatische Erlebnisse auf das Gehirn? An Fallbeispielen werden Traumafolgestörungen und deren Umgang damit veranschaulicht.
Am zweiten Tag wird süchtiges Verhalten als eine Traumafolgestörung näher betrachtet; ich stelle ein Modell zur Erklärung von Sucht aus der syst. Therapie vor, führe in die Arbeit mit inneren Anteilen ein und betrachten Sucht unter dem Blick einer Überlebensstrategie.
Ganz praktisch werde ich Ihnen Stabilisierungstechniken vorstellen, wie Imaginations- und Distanzierungsübungen sowie Atemtechniken.
Methoden: Fallbeispiel mit Genogramm, Aufstellung zum Verdeutlichen von Auswirkungen von traumatischen Erlebnissen auf das Gehirn, Arbeit mit inneren Anteilen, Stabilisierungstechniken, Atemtechniken
Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann. Sie ist mehr als nur vorübergehende Traurigkeit oder ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Eine Depression zeichnet sich durch eine tiefe, anhaltende Traurigkeit und ein stark vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten aus. Betroffene erleben oft Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und in schweren Fällen sogar Suizidgedanken.
Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und können genetische, biologische, psychologische und umweltbedingte Faktoren umfassen. Oft spielt eine Kombination dieser Faktoren eine Rolle. Zu den biologischen Ursachen gehören Ungleichgewichte in der Gehirnchemie, während psychologische Ursachen etwa in Traumata oder langfristigem Stress liegen können.
In diesem Seminar werden wir uns mit den verschiedenen Formen der Depression auseinandersetzen und die diagnostischen Kriterien beleuchten. Zudem werden wir auf die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eingehen, die von Psychotherapie über medikamentöse Therapie bis hin zu alternativen Ansätzen wie Achtsamkeitstraining und körperlicher Aktivität reichen. Ziel des Seminars ist es, ein tieferes Verständnis für die Komplexität der Depression zu entwickeln und zu erörtern, wie Betroffene unterstützt werden können.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Essen oder Nicht-Essen…Psychogene Essstörungen als Bewältigungsstrategie. Ein frühzeitiges Erkennen einer Essstörung erhöht die Chance auf Heilung, vorausgesetzt, dass eine Behandlung von Betroffenen angenommen wird. Ein sensibler aber auch konfrontativer Umgang mit Betroffenen ist unumgänglich. Die Fortbildung gibt u.a. Einblicke in Denk- und Reaktionsmuster von Betroffenen und zeigt Fallen und Chancen im Umgang mit ihnen auf.
Schwerpunkte sind: -Basisinformationen über Ursachen, Entstehungsverläufe, d.h. Früherkennung, Symptomatik, Folgen und Behandlung von Psychogenen Essstörungen -Umgang mit Betroffenen und Angehörigen -Chancen und Fallen in Gesprächssituationen unter Einbezug von Fallbeispielen
Kursleiter*in:
Sylvia Baeck, Mitbegründerin von Dick und Dünn, Buchautorin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Hintergründe, verschiedene Phasen, Erkennungsmerkmale und Behandlung von psychogenen Essstörungen. Umgang mit Betroffenen und Angehörigen.
1.Tag Basisinformationen über Ursachen, Entstehungsverläufe, d.h. Früherkennung, Symptomatik, Folgen und Behandlung von Psychogenen Essstörungen
2.Tag: Umgang mit Betroffenen und Angehörigen. Chancen und Fallen in Gesprächssituationen unter Einbezug von Fallbeispielen
Das in und mit der Gruppe Sein ist ein bedeutender Bereich der Arbeit mit den jungen Menschen, stellt gleichzeitig auch immer wieder eine große Herausforderung dar. Die Gruppe bietet Halt und Schutz, stiftet Identität und gibt Orientierung. Gleichzeitig jedoch kann sie sich bedrohlich anfühlen, ausgrenzend und einschüchternd. Wie gut es uns gelingt, uns in Gruppen zu bewegen, prägt unser Leben ganz wesentlich. Erste Gruppenerfahrungen in Familie, Kinderbetreuung und Schule sind ausschlaggebend dafür, inwieweit wir Gruppen als hilfreich und angenehm erleben, sie selbst gestalten können.
Wollen wir das Miteinander in der Gruppe gelingen lassen und für Entwicklung nutzen, müssen wir die Wirkfaktoren verstehen und bereit sein, eigene Erfahrungen einzubringen und zur Verfügung zu stellen.
Inhalte der Fortbildung:
Wirkfaktoren der Gruppe Gruppendynamik und Gruppenprozesse Rollenverteilung und informelle Machtstrukturen in Gruppen Deeskalationsstrategien Reflexion eigener Rolle und Wirkung im Gruppengeschehen
Kursleiter*in:
Anke Rabe, Diplom Sozialpädagogin, psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Gruppenprozesse und Gruppendynamik
Hilfreiche Interventionen und Strategien
Wirkfaktoren der Gruppe
Rollenverteilung und informelle Machtstrukturen in Gruppen
Als Fachkräfte im psychosozialen Arbeitsfeld begegnen uns psychisch erkrankte Eltern, deren Verhalten für Sie verunsichernd wirken kann. Ebenso steht häufig das Thema „Kindeswohlgefährdung“ im Raum. Psychisch kranke Eltern und ihre Kinder benötigen neugierige und fachlich sichere Gegenüber, um sich öffnen zu können. Dabei will Ihnen diese Veranstaltung helfen.
Folgende Inhalte werden vermittelt und gemeinsam erarbeitet:
Was sind typische Merkmale von psychischen Erkrankungen bei Eltern und wie können Sie darauf angemessen reagieren?
Was bedeutet dies für die Erziehungsfähigkeit und Beziehung zwischen Eltern und Kindern?
Welche Unterstützung benötigen die betroffenen Kinder und Eltern?
In diesem Seminar erhalten Sie Basiswissen im professionellen Umgang mit diesen Familien.
Pädagogische und Therapeutische Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
„State oft the Art“: Kurzeinführung in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Risiko-und Resilienzforschung
Häufige Psychische Erkrankungen und ihre Auswirkung auf die Eltern-Kind-Beziehung
Handlungsempfehlung am Bsp. des: „Kölner Leitfaden“ und seine Konsequenzen für die Praxis mit Einschätzungsbogen zur Erziehungsfähigkeit psychisch kranker Eltern
Elternarbeit: Psychoedukation für Betroffene
Resilienzstärkung der Kinder: Was können Sie konkret für die Kinder tun?
trans* Personen sind Nutzer*innen von Jugendarbeit, Jugend- und Eingliederungshilfe. Ihre spezifischen Versorgungsbedürfnisse sind häufig noch nicht in den Hilfe- und Betreuungskontext „übersetzt“. Neben der Vermittlung der aktuellen psychosozialen, medizinischen und rechtlichen Lebens- und Versorgungssituation sollen praxisorientierte Anregungen für die beraterische und betreuende Arbeit gegeben werden. Vorhandene Betreuungsangebote und -konzepte können auf ihre Inklusivität von geschlechtlicher Vielfalt hin betrachtet werden und es werden Anregungen zur Weiterentwicklung gegeben. Die eigene Praxis im Versorgungssystem wird reflektiert und die professionelle Haltung gestärkt .
Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen, kurz trans* Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen trans* Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln.
Kursleiter*in:
Mari Günther, systemische Therapeutin, Diplom Gemeindepädagogin, Bundesverband Trans* e.V. (BVT*)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern
Spezifika der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Begegnung mit Vorannahmen über Geschlecht, geschlechtlicher Identität und Sexualität
Viele Jugendliche in den Einrichtungen sind mit psychischen Störungen belastet. Diese verändern das Erleben und Verhalten des Klientels und stellen uns Betreuende vor Fragen im Umgang damit. Durch das vermittelte Hintergrundwissen sollen die Teilnehmer*innen in die Lage versetzt werden, Erleben und Verhalten der Jugendlichen zu verstehen, eine gute Antwort darauf zu finden und sicherer mit den Erscheinungsformen der psychischen Störungen umzugehen. Neben einer Einführung zu den Störungsbildern Angststörungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ ADHS) und Psychosen (Schizophrenien) und deren Entstehung beinhaltet das Fortbildungsmodul schwerpunktmäßig Antworten auf folgende Fragen: Wie können die betroffenen jungen Menschen und ihre Symptomatik verstanden werden? Wie können diagnostische Beschreibungen (Z. B. Klinikberichte) „übersetzt“ werden? Welche Herangehensweisen können förderlich für die Entwicklung der jungen Menschen sein? Welche sind besonders schwierige Betreuungssituationen? Wie sind die Reaktionen und Gefühle der Betreuenden und was kann unterstützend sein?
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Jugendliche sind auf der Suche nach Erlebnissen, Selbstwirksamkeit und Grenzen. Der Konsum psychoaktiver Substanzen kann dabei Teil der Identitätsentwicklung sein. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das: Drogenkonsum gehört heute – ob gewollt oder nicht – zu den zentralen Themen, mit denen sie professionell umgehen müssen. Gerade bei sensiblen Themen wie Drogen ist es entscheidend, einen offenen, ehrlichen und kompetenten Dialog zu ermöglichen. Pauschale Verbote führen oft zu Widerstand, Bagatellisierung oder Rückzug. Ziel ist es, mit Jugendlichen gemeinsam eine verantwortungsbewusste, reflektierte Haltung zum Konsum zu entwickeln – ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu erheben. Ein besonderer Fokus liegt auf dem gesellschaftlichen Kontext: Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der legale Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamente eine hohe soziale Akzeptanz genießen – während illegale Drogen stigmatisiert werden. Diese Doppelmoral wirkt sich unmittelbar auf junge Menschen aus, die zunehmend mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert sind. Aktuell verschärft wird diese Debatte durch die Teillegalisierung von Cannabis. Pädagogische Fachkräfte sehen sich dadurch mit neuen Herausforderungen konfrontiert:Wie lässt sich Kinder- und Jugendschutz unter veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen wirksam umsetzen?
Wie kann man Jugendliche sachlich informieren, ohne zu verharmlosen – aber auch ohne moralischen Druck auszuüben? Das Seminar bietet Raum für eine differenzierte, kritische Auseinandersetzung mit der Legalisierung, ihren gesellschaftlichen Wirkungen und ihrer Bedeutung für die pädagogische Praxis. Sie lernen: -Wie Sie eine offene, fachlich fundierte Haltung zu Sucht und Konsumkultur entwickeln. -Wie Sie Jugendliche im Umgang mit Risiken stärken, ohne ihre Selbstbestimmung zu untergraben. -Wie Sie Konsumverhalten erkennen, ansprechen und reflektieren – auch im Spannungsfeld aktueller Gesetzesänderungen.
Das Seminar bietet praxisnahes Wissen zu: -Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz und deren Bedeutung für Risikoverhalten -Konsummustern und Auswirkungen auf das jugendliche Gehirn -Rechtlichen Grundlagen (BtMG, Jugendschutzgesetz, Arbeitsschutz, Schulrecht)
Gemeinsam reflektieren wir, wie pädagogisches Handeln zwischen Selbstbestimmung, Schutzauftrag und gesellschaftlicher Verantwortung gestaltet werden kann.
-Themenschwerpunkte & Leitfragen: -Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant? -Woran erkenne ich Konsum – und wie spreche ich ihn professionell an? -Wie gehe ich im Team mit unterschiedlichen Haltungen um? -Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag? -Welche rechtlichen Grundlagen sind relevant? -Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Kursleiter*in:
Christian Geurden, Diplom Sozialpädagoge, Suchtberater
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant?
Woran erkenne ich Drogenkonsum – und wie spreche ich ihn professionell an?
Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag?
Wie gehe ich persönlich mit diesem Thema um, wie agiere ich als Mitglied eines Teams?
Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Angesichts der Unberechenbarkeit, Dramatik, Impulsivität und Selbstaggression sind junge Menschen mit Borderline Persönlichkeitsstörung herausfordernd für Helfer: innen in der Jugendhilfe. Schnell gerät man selbst in den Strudel der Gefühle, kommt an seine eigenen Grenzen. Man fühlt sich ohnmächtig oder glaubt, seine Arbeit nicht mehr machen zu können. Zusätzlich führen unterschiedliche Einschätzungen der Klient: innen oft zu Spaltungen im Team.
In diesem Seminar lernen Sie das Störungsbild Borderline - Persönlichkeitsstörung zu verstehen. Dazu gehört nicht nur eine Symptombeschreibung, sondern vor allem das Verständnis, dass BPS eine strukturelle Störung ist, die sich meist in Zusammenhang mit traumatischem Erleben entwickelt hat. Ambivalenz und auf Spaltung basierende psychische Entwicklung sind die Schlagworte dafür. Vor diesem Hintergrund des psychologischen Verständnisses können Sie mit ihrem pädagogischen Handwerkszeug diesen jungen Menschen helfen, sich zu stabilisieren und sich nach- und weiterzuentwickeln.
Neben einem theoretischen Input werden wir hauptsächlich mit Ihren Fallbeispielen arbeiten. Es geht darum die Interaktionsdynamik, die Dynamik von Übertragung und Gegenübertragung, die oft mit heftigen Gefühlen einhergehen, zu verstehen. Das Ziel ist, zu einem gelasseneren Handeln angesichts der Dynamik zu gelangen. Hierzu gehören auch Aspekte der Selbsterfahrung. So erfahren Sie, was Ihre Herausforderungen, quasi ihre Eintrittskarten in das Karussell der Ambivalenzen, sind. Auch das wird Ihnen helfen, klarer, abgegrenzter und hilfreicher gegenüber der Klientel zu sein.
Kursleiter*in:
Dr. Sylvia Siegel, Dr. phil., Diplom Psychologin, Gestalttherapeutin, Supervisorin
Schizophrenie ist eine schwerwiegende, häufig chronisch verlaufende Erkrankung, die in ihrem Verlauf immer wieder kostenaufwändige stationäre Behandlungen notwendig macht. In den letzten Jahren mehren sich Hinweise darauf, dass ein frühzeitiges Erkennen und konsequentes Behandeln der Erkrankung, bestenfalls schon in der Frühphase („Prodromalphase“), einen positiven Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf sowie die hiermit verbundenen gesundheitlichen und medizinisch-ökonomischen Folgen haben kann. In diesem Seminar werden die Konzepte und Methoden zur Früherkennung und -behandlung der Schizophrenie dargestellt. Hierbei soll es allerdings auch um eine kritische Reflexion der Grenzen und Risiken der Früherkennung im psychiatrischen Alltag gehen und Sensibilität für mögliche Differentialdiagnosen zum schizophrenen Prodromalstadium geschaffen werden.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgreifend beeinflusst. Sie ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, die sich in Form von Halluzinationen, Wahnvorstellungen, desorganisiertem Denken und Verhaltensweisen sowie negativen Symptomen wie sozialem Rückzug und emotionaler Abflachung äußern können. Schizophrenie tritt typischerweise im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf und kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Die genauen Ursachen der Schizophrenie sind noch nicht vollständig verstanden, jedoch wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, biologischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Störungen in der Gehirnstruktur und -funktion sowie Ungleichgewichte in Neurotransmittersystemen, insbesondere Dopamin und Glutamat, sind häufig mit der Erkrankung verbunden. Auch psychosoziale Faktoren, wie belastende Lebensereignisse, können das Risiko einer Schizophrenie erhöhen.
In diesem Seminar möchten wir ein umfassendes Bild der Schizophrenie zeichnen und die Herausforderungen bei der Diagnose dieser komplexen Erkrankung diskutieren. Wir werden verschiedene Therapieansätze vorstellen, die von antipsychotischen Medikamenten über psychotherapeutische Maßnahmen bis hin zu sozialer Unterstützung und Rehabilitation reichen. Zudem wird ein Fokus auf die Bedeutung der Frühintervention gelegt, um die Prognose und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Bindungsmuster und deren Störungsbilder, Sensibilisierung und Umsetzung von Nähe und Distanz
Bindung gehört zum grundlegenden Bedürfnis aller Menschen. Sie ist ein wesentliches Element, um in der professionellen Begleitung von Menschen Einfluss auf die Entwicklung der zu Betreuenden zu nehmen. In der Praxis unserer Arbeit haben wir es vielfach mit bindungsgestörten Klient*innen zu tun, die sich abweisend, aggressiv und widersprüchlich verhalten. Um den Jugendlichen neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen, braucht es einen klaren Blick auf Beziehungsdynamiken und mögliche Verstrickungen. Wer gesunde Grenzen in der Übernahme von Verantwortung für sich und den Klienten findet, kann leichter auf Grenzüberschreitungen reagieren, Überforderungssituationen auflösen und angemessene Formen des Kontaktes schaffen. Der kluge Umgang mit schwierigen Situationen ist immer auch ein kluger Umgang mit sich selbst.
Am ersten Tag geht es entsprechend um eigene Stärken und Ressourcen des Selbstkontaktes und der Selbstregulation sowie um innere Überzeugungen, die Räume für Begegnung öffnen bzw. blockieren.
Der zweite Tag beschäftigt sich mit schwierigen Alltagsituationen und dem Blick auf bindungsgestörte Klient*innen, um manipulative Beziehungsdynamiken zu erkennen und Nähe- und Distanzregulation zu üben.
In dem Seminar wird grundsätzliches Wissen zu Krisen und möglicherweise auftretender Suizidalität im späten Kindes- und Jugendalter vermittelt. Die Anzeichen einer Krise zu erkennen und der Umgang mit Suizidgedanken und –äußerungen werden erarbeitet. Dabei ist es Ziel, die eigene professionelle Handlungsfähigkeit zu erhalten und passende Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben.
Kursleiter*in:
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland
Kinder und Jugendliche mit Traumatisierungserfahrungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe stellen im pädagogischen Alltag - in der Einzelbetreuung und in der Gruppe - eine große Herausforderung dar.
Nach einer kurzen Einführung in die „Trauma-Theorie“ geht es im Seminar um die Erarbeitung einer trauma-sensiblen pädagogischen Haltung. Wie kann man verstehen, was die Kinder und Jugendlichen in ihrem Handeln zeigen? Wie kann man, auf dem Hintergrund eines Traumaverständnisses, pädagogisch mit schwierigem Verhalten und heftigen Konflikten umgehen? Welche Rahmenbedingungen in den Einrichtungen und im Team sind hilfreich, um sowohl mit den einzelnen Kinder/Jugendlichen, der Kinder-/Jugendlichen -Gruppe als auch mit den Eltern/Familien konstruktiv zu arbeiten?
Ziel des Seminars ist anhand praktischer Beispiele -gerne aus dem Kreis der Teilnehmenden) -konkrete Handlungen und mögliche methodischen Herangehensweisen herauszuarbeiten, um mehr Sicherheit in der alltäglichen Arbeit zu gewinnen.
„Alle Kinder mit ADHS sind hyperaktiv“, „ADHS haben nur Jungs“, „ADHS ist nur eine Ausrede“ oder „ADHS gibt es gar nicht“. Die Liste der Mythen ist lang. Kaum einer anderen psychischen Störung wird mit so vielen Vorurteilen begegnet wie der ADHS. Doch Vorurteile und Mythen entstehen meist dort, wo es an Wissen fehlt. Besonders in sozialen Berufen sollte diese Wissenslücke jedoch geschlossen werden, da diese einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung einer ADHS liefern können. Dieser Workshop soll nicht nur den gängigsten Mythen auf den Grund gehen, sondern soll vor allem einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der ADHS im Kindesalter und den Umgang damit liefern.
Menschen in suizidalen Krisen begegnen uns Fachkräften in der psychiatrischen und psychosozialen Arbeit regelmäßig. Diese Situationen sind oft emotional herausfordernd und können auch bei erfahrenen Profis Gefühle von Unsicherheit, Angst oder Hilflosigkeit auslösen. Wie und was darf ich fragen? Wie schätze ich die aktuelle Gefährdung ein? Wie kann ich für die Betroffenen ein hilfreiches Gegenüber sein? Auch die Frage der professionellen Verantwortung erfasst uns in der Begegnung mit suizidalen Klient*innen ganz direkt. Die Fortbildung bietet eine fundierte und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der professionellen Begleitung suizidaler Menschen. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen und die eigene fachliche Kompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen zu stärken.
Inhalte der Fortbildung: • Erkennen möglicher Warnsignale suizidaler Krisen • Gesprächsführung und das Erfragen suizidaler Gedanken – mit praktischen Übungen im Rollenspiel • Aspekte der Gefährdungseinschätzung anhand von Fallbeispielen • Rechtliche Rahmenbedingungen und professionelle Verantwortung • Entwicklung hilfreicher Strategien im Umgang mit suizidalen Menschen im eigenen Arbeitsfeld • Aspekte der Beziehungsgestaltung und Bedeutung der professionellen Haltung
Die Fortbildung folgt einem strukturierten, suizidpräventiven Ansatz. Sie verbindet theoretisches Wissen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten und schafft Raum für Reflexion und Austausch.
Kursleiter*in:
Dr. med. Ulrike Wegner, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Arche München
Zielgruppe:
Fachkräfte in psychosozialen und gesundheitlichen Arbeitsgebieten, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Einschätzen von Suizidalität
Formen von Krisen und Suizidalität
Strategien im Umgang mit Menschen in Krisen und suizidalen Menschen
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
In den Einrichtungen der stationären Jugendhilfe werden wir immer wieder mit spezifischen Phänomenen konfrontiert, welche sich als Traumafolgen entwickelt haben. Der Umgang mit diesen „Störungen“ ist oftmals eine große Herausforderung: so erfordert der Aufbau einer stabilen Arbeitsbeziehung oder der Umgang mit starken Stimmungsschwankungen, Polarisierungen, Aggressivität oder selbstverletzendem Verhalten sowohl spezifisches Wissen und Verstehen als auch eine Traumasensible Handlungskompetenz. Im Seminar geht es um beides: Zum einen um die Vermittlung traumaspezifischer Kenntnisse, z.B. zu peri- und posttraumatischer Dissoziation als psychischen Schutzmechanismus. Zum anderen liegt der Fokus auf der Beziehungs- und Kontaktgestaltung. Der Umgang auch mit „schwierigen“ Klient*innen soll durch diese Grundlagen für die Teilnehmenden leichter werden.
Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung werden oft in der Gruppenbetreuung als schwer integrierbar wahrgenommen. Sie haben große Schwierigkeiten, sich an Regeln zu halten, ihr Leben scheint manchmal ausschließlich aus Krisen zu bestehen und sie sind in ihrem emotionalen Erleben und den daraus folgenden Handlungen äußerst wechselhaft und widersprüchlich. Bei all den Krisen besteht die Gefahr, dass der normale Alltag ganz verloren geht. Diese Jugendlichen können sich selbst oft kaum aushalten und verstehen und versuchen sich mit Selbstverletzungen und suizidalen Phantasien und Versuchen zu „retten“. Wenn sie ihr Leid zeigen können, lösen Sie bei manchen Mitarbeitenden ein starkes Mitgefühl und den Wunsch zu helfen aus und gleichzeitig auch Enttäuschung, Hilflosigkeit und Wut, wenn diese Hilfe nicht angenommen wird. Oft werden diese jungen Menschen von den verschiedenen Mitarbeitenden eines Teams sehr unterschiedlich wahrgenommen, was zu widersprüchlichen Meinungen führt, was denn nun zu tun sei. Dann wird die Fallbesprechung lang, die Verabredung einer gemeinsamen Strategie kaum noch möglich. Die fehlende Wertschätzung dieser jungen Menschen für sich selbst wird auf die Mitarbeitenden und die Gruppe/Institution projiziert mit der Gefahr, das Mitarbeitende persönlich sehr verletzt werden und ihre Grenzen überschritten werden. Junge Menschen mit Borderline-Störungen haben das Potenzial, Fachteams und ganze Helfersysteme zu sprengen.
Inhalte dieses Fortbildungstages:
-Modelle zum Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Eine Orientierung und Ordnung zum Verstehen der oben beschriebenen Prozesse -Statt Untergehen im Chaos: Hilfreiche Phasen, Strukturen und Haltungen auf dem Weg zu dem Ziel, eine haltende Beziehung zu erarbeiten -Die „sieben Fehler“ (Streek-Fischer) unterlassen -Was kann ich tun, um persönliche Verletzungen zu vermeiden und wie damit umgehen, wenn es trotzdem passiert? -Wie gelingt gegenseitige Unterstützung im Team/Helfersystem und „an einem Strick ziehen“ trotz Spaltungsangeboten der jungen Menschen?
Zu diesen Inhalten wird ein Input vermittelt. In der Arbeit mit den Fallbeispielen, die Sie mitbringen, werden die Inhalte auf ihre persönliche Situation bezogen und individuell bearbeitet.
Kursleiter*in:
Eckhard Flöring, Diplom Sozialpädagoge, Gestaltpsychotherapeut, langjähriger Praktiker in der spezialisierten Jugendhilfe und Eingliederungshilfe für junge Erwachsene
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Modelle zum Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Kommunikation umfasst unser gesamtes Leben. Miteinander reden kann zu Verständnis führen aber auch zu Missverständnissen. Wir wünschen uns einen wertschätzenden Umgang miteinander, doch die Herausforderungen des Berufsalltags machen es uns manchmal schwer. Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam der Frage nachgehen: Wie kann ich in schwierigen Situationen achtsam sein und eine wertschätzende Haltung mir selbst und anderen gegenüber aufrechterhalten? Grundvoraussetzungen für eine gelungene Kommunikation sind Selbstvertrauen und die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt transparent zu vermitteln, sowie Feinfühligkeit und das Verständnis für andere Verhaltensweisen und Denkmuster. Der lebensbejahende Ansatz der “Gewaltfreien bzw. wertschätzenden Kommunikation“ kann Sie dabei unterstützen, sich der eigenen Werte bewusst zu werden und mit beruflichen Herausforderungen konstruktiv umzugehen. Die Fortbildung bietet Ihnen die Gelegenheit, ein Verständnis über die Bedeutung und die Zusammenhänge dieses Kommunikationsansatzes zu erlangen. Durch gezielte und abwechslungsreiche Übungen können Sie schwierige Situationen aus Ihrem Alltag analysieren und dabei die Prinzipien dieser Vorgehensweise entdecken. Es geht darum, sich offen und ehrlich zu begegnen und authentisch zu kommunizieren. Sehr viel Aufmerksamkeit wird in diesem Kurs auf die innere Haltung gelegt mit der wir uns und unseren Mitmenschen begegnen. Achtsame Kommunikation bereichert unser Leben, macht es lebendiger und ermöglicht uns offen und wertschätzend zu kommunizieren und auch in schwierigen Zeiten mit dem anderen in Kontakt zu bleiben.
Kursleiter*in:
Christine Warmuth, Diplom Sozialpädagogin (FH), Kommunikationstrainerin, Coach & Meditationslehrerin, Zertifizierte Trainerin (CNVC) für Gewaltfreie Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, andere Interessierte
Schwerpunkt:
Verständnis für sich selbst und andere entwickeln
Einen Perspektivwechsel vorzunehmen
Kommunikationsfertigkeiten entwickeln und trainieren
Kommunikationsstrategien für den Alltag zu entwickeln
Krisen erscheinen fast schon alltäglich – und stellen doch eine Herausforderung dar, wenn unsere Klient:innen im psychosozialen Bereich urplötzlich oder schleichend „abstürzen“ und ihr ganzes Leben in Frage stellen – und uns Helfende gleich mit dazu! Nicht selten spitzen sich ihre Krisen derart zu, dass Suizidgedanken auftauchen oder sogar drängend werden – und versetzen das Hilfesystem in Alarmbereitschaft.
An zwei Tagen erwerben die Teilnehmer:innen praxisbezogenes Wissen, das in Kleingruppen und Rollenspielen vertieft wird. Sie erhalten ein Handwerkszeug für konkrete Interventionen, die auf die individuellen Arbeitsfelder übertragen werden können. Eigene Fälle sind willkommen!
Sie lernen in diesen Bereichen:
Wissensvermittlung
Entwicklungs- , Lebens- und traumatische Krisen zu unterscheiden
Wissen über Erscheinungsformen der Suizidalität kennen Ein Verständnis des Präsuizidalen Syndroms zu entwickeln
Die Suizidgefährdung einzuschätzen
Mit „manipulativer“ Suizidalität umzugehen und
Rechtliche Grundlagen aus PsychKG und BGB kennen
Maßnahmen der Klinikeinweisung und Unterbringung einzuleite
Schulung
Krisenanzeichen zu erkennen und einzuordnen
Die Vulnerabilität und Ressourcen ihrer Klient:innen einzuschätzen
Ein Modell der Krisenintervention in sechs Schritten anzuwenden
Risikogruppen und -merkmale zu identifizieren
Konkrete Vorgehensweisen bei akuter Suizidalität anzuwenden
„Weiterlebensverträge“ sinnvoll in der Praxis einzusetzen
die eigene emotionale Reaktion (Gegenübertragung) konstruktiv zu nutzen
Selbsterfahrung
Krisenhafte Erfahrungen aus der eigenen Biographie zu reflektieren, um sie zu nutzen
Im Sinn der Psychohygiene für sich zu sorgen und eigene Grenzen zu respektieren.
Haltungenentwickeln
Ein Krisenverständnis zwischen Gefahr und Chance zu entwickeln
Statistisch gesehen kennt jeder von uns mehrere Autisten. Sie zeigen oft Besonderheiten in ihrem Verhalten und ihrer Kontaktgestaltung, die häufig zu Missverständnissen, problematischen Situationen und Belastungen führen können. Die Arbeit und das Leben mit Autisten kann daher eine Herausforderung werden – auch für Fachkräfte in der psychosozialen Arbeit.
Es werden nicht nur Erscheinungsformen und Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung vorgestellt sondern auch zentrale praxisbezogene Informationen hinsichtlich der typischen Symptomatik und den daraus resultierenden Verhalten im Alltag erläutert.
Was ist eigentlich Autismus und was muss ich wissen, um mich im Arbeitskontext gut aufzustellen? Was kann ich im Alltag anders tun? Aus welchen Gründen kommt es oft zu Missverständnissen? Diese und viele anderen wichtigen Fragestellungen werden in dieser Fortbildung beleuchtet.
Wir vermitteln Grundkenntnisse zu Ursachen, Symptomen und Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen und stellen mögliche Interventionen vor. Zudem erläutern wir praktisch das alltägliche Erscheinungsbild, das in der Theorie oft nicht deutlich wird.
Kursleiter*in:
Julija Mihovilovic, M.Sc. Klinische Psychologie, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemische Therapeutin (i.A.)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Merkmale und Besonderheiten des Autismusspektrumstörung
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, „Sich um Kopf und Kragen reden“, „Sprechenden Menschen kann geholfen werden“… eine Reihe geflügelter Worte rankt sich um dieses Thema. Sie bilden einen doch eher ambivalenten Blick auf das gesprochene Wort ab. Wie lässt sich das richtige Maß finden, was braucht es, um sich angemessen mitteilen zu können?
In Gruppen kommen verschiedene Wirkfaktoren hinzu, die Redeanteile bestimmen und eine ganz eigene Kraft entwickeln können: In einem Mehrpersonensetting treffen Menschen aufeinander, die auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen in Beziehungen und Kommunikation handeln. Das unausgesprochene Ziel der Gruppe ist es, die Situation, in die sie nun alle zusammen geraten sind, möglichst gut gemeinsam zu bewältigen. Dafür werden Rollen zugewiesen, Allianzen geschmiedet, geredet und geschwiegen. Wie gelingt es, das Erleben jedes/r Einzelnen ebenso im Blick zu behalten wie die sich entwickelnde Gruppendynamik und -bestenfalls- Entwicklung zu ermöglichen?
Inhalt der Fortbildung:
Achtsamkeit im Miteinander Selektive Authentizität vs. Abstinenz Schweigen aushalten und verstehen Bedeutung von Intimität und Öffentlichkeit in Gruppensituationen Gruppendynamik verstehen, Gruppenprozesse erkennen und nutzen Rahmung der Gruppe
Kursleiter*in:
Anke Rabe, Diplom Sozialpädagogin, psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Gruppendynamik verstehen, Gruppenprozesse erkennen und nutzen
Bedeutung von Intimität und Öffentlichkeit in Gruppensituationen
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Suizidalität ist ein häufiges Thema vieler junger Menschen im Jugendalter. Nicht das „sterben wollen“, sondern der Hilferuf und das „so nicht mehr weiterleben können“ stehen als Motive hinter den Gedanken und Taten. Es kommt gerade bei Mädchen überdurchschnittlich häufig zu Suizidversuchen. Bei männlichen Jugendlichen steht der Suizid als zweithöchste Todesursache nach Unfällen in den Statistiken. Das Seminar soll die Angst vor dem Umgang mit suizidalen Jugendlichen nehmen. Durch die Vermittlung von Hintergrundwissen zur Suizidalität und Handwerkszeug zum Umgang mit suizidalen Krisen soll den Teilnehmenden mehr Sicherheit gegeben werden. U.a. werden Signale und Alarmzeichen erläutert und eine hilfreiche Gesprächsführung wird geübt.
Kursleiter*in:
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Wie können wir auf Anforderungen von außen reagieren, ohne den Kontakt zu verlieren und „auszusteigen“? Welche Strategien haben wir, wenn wir Grenzüberschreitungen erleben, oder uns überfordert fühlen? Grenzen zu setzen hat nicht nur etwas mit „Nein“ sagen zu tun. Es bedarf eines inneren Raumes, aus dem heraus wir Bedürfnisse und Prioritäten wahrnehmen und kommunizieren können. Was unterstützt uns, in diesem Raum präsent zu sein? Wie können wir Grenzen setzen und zugleich im Kontakt bleiben mit dem, was uns begegnet?
Ziel dieses Methodenseminars ist, durch den Einsatz von Biografiearbeit den Selbstwert und die Selbstachtung der zu beratenden Menschen zu stärken. Diese Methode lässt sich gezielt in pädagogischen, psychosozialen und gesundheitsbezogenen Arbeitsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzen.
Geleitete, nicht chronologisch angelegte Biografiearbeit ermöglicht, dass Blockaden gelöst, Ressourcen frei gesetzt werden und sich die Resilienz erhöht. Sie dient der Bewältigung von Krisen und ist eine wirksame Methode gegen Schuldgefühle und gegen das Gefühl von Entwurzelung und sie wirkt Ängsten entgegen.
Inhaltlich geht es in der Fortbildung: -um die Bedeutung und Wirkungsweise von Biografiearbeit und -um das Kennenlernen sowie Erproben gezielter Übungen im Einsatz mit den unterschiedlichen Zielgruppen. Beispielsweise eine Übung zur Suche nach eigenen Wurzeln: wo komme ich her, was habe ich von wem mitbekommen, wie wurden frühere Krisen bewältigt.
Hierbei werden Techniken erlernt und der Einsatz von Werkzeugen erprobt.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Kennenlernen der Bedeutung und Wirkungsweise von Biografiearbeit
Ziel dieser Fortbildung ist ein bewusster Einsatz von körperlicher Präsenz und damit mehr Sicherheit und Orientierung in der Interaktion. Das Motto lautet dabei: „Weniger Tun – mehr Da-sein“, d. h. durch körperliche Präsenz zu wirken und die Kontaktarbeit damit leichter und lebendiger zu gestalten. Vor allem in herausfordernden Situationen (Drohungen im Fremd- oder autoaggressiven Bereich, Suizidalität) ist Präsenz von Bedeutung und die Brücke, wenn Sprache nicht trägt. Die adäquate Dosis Präsenz für den jeweiligen Kontakt wird im Seminar fühlbar gemacht. Präsenz bedeutet u. a., sich der eigenen physischen Fähigkeiten in Situationen bewusst zu sein und damit Zuversicht zu vermitteln. Eigene körperliche Kompetenzen (z.B. Beweglichkeit, Entspanntheit) werden in diesem Seminar erforscht und ihre Anwendungsmöglichkeiten für die Arbeit erschlossen. Methoden sind u.a. : Präsenzübungen, Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung, gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz, achtsame Wahrnehmung, Körpersprache, Ausdruck, Haltung, nonverbaler Dialog.
Kursleiter*in:
Henry Just, Diplom Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor, Theaterpädagoge
Zielgruppe:
Mitarbeitende aus dem pädagogischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeld, Kriseneinrichtungen
Schwerpunkt:
Präsenzübungen
Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung
gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz
Viele Jugendliche in den Einrichtungen sind mit psychischen Störungen belastet. Diese verändern das Erleben und Verhalten des Klientels und stellen uns Betreuende vor Fragen im Umgang damit. Durch das vermittelte Hintergrundwissen sollen die Teilnehmer*innen in die Lage versetzt werden, Erleben und Verhalten der Jugendlichen zu verstehen, eine gute Antwort darauf zu finden und sicherer mit den Erscheinungsformen der psychischen Störungen umzugehen. Neben einer Einführung zu den Störungsbildern Angststörungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ ADHS) und Psychosen (Schizophrenien) und deren Entstehung beinhaltet das Fortbildungsmodul schwerpunktmäßig Antworten auf folgende Fragen: Wie können die betroffenen jungen Menschen und ihre Symptomatik verstanden werden? Wie können diagnostische Beschreibungen (Z. B. Klinikberichte) „übersetzt“ werden? Welche Herangehensweisen können förderlich für die Entwicklung der jungen Menschen sein? Welche sind besonders schwierige Betreuungssituationen? Wie sind die Reaktionen und Gefühle der Betreuenden und was kann unterstützend sein?
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Selbstschädigendes Verhalten bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und zum Teil auch bei Kindern stellt in der pädagogischen und in der therapeutischen Arbeit eine große Herausforderung dar. Im Seminar werden Grundlagen zum Verstehen des selbstschädigenden Verhaltens erarbeitet. Dabei wird auch die Gegenübertragungsdynamik einbezogen. Die Teilnehmer*innen erwerben sich auf der Grundlage dieses Verstehens ihre eigenen Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten für ihren jeweiligen Arbeitsbereich.
Immer wieder erleben wir im Laufe unseres Lebens Übergänge und damit verbundene Ablösungsprozesse. Und häufig sind diese mit schmerzhaften Abschieden verbunden - etwas geht zu Ende und etwas Neues beginnt. Wir müssen uns lösen vom ruhigen Zuhause in die unbekannte Welt von Kita und Schule; vom Familienhund, der stirbt; von lieben Freunden, die weit weg ziehen, aber auch von geliebten Familienmitgliedern, vielleicht sogar eigenen Kindern, die sterben oder vom Partner, der uns verlassen hat. Jeder dieser Abschiede ist ein wichtiger Übergang, der bewältigt werden will und muss. Wie die Übergänge ge- und erlebt werden und inwieweit der damit verbundene Schmerz zugelassen und in etwas Neues verwandelt wird, prägt uns und unser weiteres Leben. Nicht selten hat dies auch Einfluss auf die Beziehung eines Beraters oder Therapeuten zur Klient:in, wenn alte, nicht bewältigte Verluste an die Oberfläche kommen. Manchmal in ganz neuem Gewand.
In diesem Seminar finden wir Antworten auf folgende Fragen:
Wie erleben Erwachsene und Kinder (schmerzhafte) Ablösungsprozesse? Was macht das mit deren sozialen Systemen (Familie, Freundeskreis ...)? Wie wirkt sich ein solcher Abschied auf meine Beziehung zur Klient*in aus; wie kann ich hier gut begleiten, was sollte ich wissen? Wie gehe ich mit in der Kindheit erlebten Bindungsabbrüchen um, wenn sie im Erwachsenenalter im neuen problematischen Gewand daher kommen? Wie gestalte ich Abschiede in der Beziehung zur Klient*in?
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Beziehungen zwischen professionellen Betreuer*innen und Klient*innen spielen in stationären Einrichtungen eine zentrale Rolle. Im Idealfall wirken sie sich positiv auf die Entwicklung der Klient*innen aus. In diesem Modul soll es um die professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung gehen. Es sollen Kompetenzen zur Beziehungsgestaltung vermittelt werden und für Beziehungsprozesse sensibilisiert werden. Nach der Erläuterung des Konzeptes von Übertragung und Gegenübertragung wird die Wahrnehmung und Arbeit mit den eigenen Gefühlen als Mittel zum Verständnis der Gefühlswelt des Jugendlichen vermittelt. Es wird herausgearbeitet wo die Gefahren der Verwicklung in dysfunktionale Beziehungsdynamiken besteht und wie man diese vermeiden kann. Durch angemessene Distanz wird der Überblick behalten und Raum für die eigene Psychohygiene geschaffen, damit eine professionelle Beziehung gestaltet werden kann. Anhand von Fallbeispielen der Teilnehmenden findet ein Transfer in die Praxis statt.
Kursleiter*in:
Dr. Sylvia Siegel, Dr. phil., Diplom Psychologin, Gestalttherapeutin, Supervisorin
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung
Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann. Sie ist mehr als nur vorübergehende Traurigkeit oder ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Eine Depression zeichnet sich durch eine tiefe, anhaltende Traurigkeit und ein stark vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten aus. Betroffene erleben oft Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und in schweren Fällen sogar Suizidgedanken.
Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und können genetische, biologische, psychologische und umweltbedingte Faktoren umfassen. Oft spielt eine Kombination dieser Faktoren eine Rolle. Zu den biologischen Ursachen gehören Ungleichgewichte in der Gehirnchemie, während psychologische Ursachen etwa in Traumata oder langfristigem Stress liegen können.
In diesem Seminar werden wir uns mit den verschiedenen Formen der Depression auseinandersetzen und die diagnostischen Kriterien beleuchten. Zudem werden wir auf die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eingehen, die von Psychotherapie über medikamentöse Therapie bis hin zu alternativen Ansätzen wie Achtsamkeitstraining und körperlicher Aktivität reichen. Ziel des Seminars ist es, ein tieferes Verständnis für die Komplexität der Depression zu entwickeln und zu erörtern, wie Betroffene unterstützt werden können.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Eltern mit Schwierigkeiten ihre Impulse und Gefühle zu regulieren, bringen sich und andere leicht an Grenzen. Oft ist es ein Balanceakt zu entscheiden, ob Kind und Mutter/Vater zusammen leben können, oder das Kind in seiner Entwicklung zu viel Schaden nehmen könnte. Wir wollen Ihnen in dieser Fortbildung Wissen über die Erkrankung und praxiserprobte Umgangsweisen vorstellen. Diese Methoden können dabei helfen Ihre vielleicht bestehenden Unsicherheiten in schwierigen Situationen abzubauen und einen „inneren roten Faden“ zu verfolgen. Wir beziehen uns u.a. auf die Dialektisch Behaviorale Therapie nach M. Linehan, eine störungsspezifische Behandlungsmethode mit Anteilen aus der Verhaltenstherapie und aus der Achtsamkeitslehre.
Das wollen wir vermitteln:
ein besseres Verständnis für Menschen mit BPS und anderen Impulskontrollschwierigkeiten
eventuelle Auswirkungen auf das Kindeswohl
die Wahrnehmung eigener Grenzen in der Zusammenarbeit
hilfreiche Strategien und konkrete Werkzeuge für den Betreuungsalltag
erreichen einer möglichst klaren Haltung im professionellen Kontext
Reflexion der Teamkultur
Anhand Ihrer eigenen Fallbeispiele werden Schwierigkeiten diskutiert sowie mit Übungen und Rollenspielen Lösungsansätze gesucht.
Eltern sind wichtige Partner im Hilfeprozess und ihre aktive Einbindung ist entscheidend für die Entwicklung von Kindern sowie für den Verlauf und Erfolg der Hilfen. Gleichzeitig stellt diese anspruchsvolle Aufgabe Fachkräfte immer wieder vor große Herausforderungen – geprägt durch komplexe Dynamiken und institutionelle Rahmenbedingungen.
Dieses Seminar lädt dazu ein, die eigene Handlungskompetenz in der Elternarbeit zu erweitern. Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, um mit einer wertschätzenden, annehmenden und wohlwollenden Haltung tragfähige Arbeitsbündnisse zu knüpfen. Es wird ein Raum geboten für den Austausch über herausfordernde Situationen aus der Praxis, zur Reflexion der eigenen Haltung und zur Entwicklung neuer Impulse für die Zusammenarbeit mit Eltern. Dazu erhalten die Teilnehmenden Einblicke in Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der Elternarbeit sowie in unterschiedliche Formen, Ansätze und Methoden.
Themen:
- Bedeutung, Ziele und Grenzen der Elternarbeit -Überblick über Formen, Ansätzen und Methoden - Aufbau tragfähiger Arbeitsbündnisse - Praxisnaher Austausch zu herausfordernden Situationen
Der Suizid eines Menschen erzeugt ein komplexes, emotional hoch aufgeladenes Feld, das sowohl Betroffene als auch Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. In der Arbeit mit Hinterbliebenen oder im direkten beruflichen Kontext mit suizidalen Ereignissen sind Sozialpädagog*innen häufig mit intensiven Gefühlen wie Ohnmacht, Schuld, Hilflosigkeit oder Scham konfrontiert. Die Frage nach dem "Warum" bleibt oft quälend offen und kann eine tiefe persönliche Betroffenheit auslösen. Diese Fortbildung bietet Fachkräften die Möglichkeit, sich mit den emotionalen und psychischen Auswirkungen suizidaler Krisen auseinanderzusetzen und eigene Ressourcen im Umgang mit diesen Belastungen zu stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei praxisnahe Ansätze zur Selbstfürsorge und Selbstregulation, die helfen, in der Konfrontation mit Suizid handlungsfähig und professionell zu bleiben.
Schwerpunkte der Fortbildung: • Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid • Die Dynamik zwischen Trauma und Trauer erkennen und einordnen • Einführung in wirkungsvolle Techniken zur Selbstregulation • Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis • Stärkung der eigenen Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen • Reflexionsräume und kollegialer Austausch
Methodik: Die Fortbildung verbindet theoretischen Input mit praxisorientierten Übungen, Selbsterfahrungselementen sowie Raum für kollegialen Austausch. Ziel ist es, individuelle Strategien zu entwickeln, die in belastenden Situationen unmittelbar unterstützend wirken und langfristig zur Resilienz beitragen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid
Dynamik zwischen Trauma und Trauer
Techniken zur Selbstregulation
Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen
Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis
Wir erleben in den Einrichtungen immer wieder, dass sich sehr schwierige Situationen mit einzelnen Jugendlichen oder der Gruppe entwickeln, die die Mitarbeiter*innen an den Rand ihrer Möglichkeiten bringen.
An Beispielen aus der konkreten pädagogischen Arbeit wird diskutiert und verstehbar gemacht, welche Bedeutung der haltgebende Rahmen und die Haltung der Mitarbeiter*innen/des Teams für die Bewältigung schwieriger Situationen in der Betreuung der Jugendlichen haben und wie man die pädagogisch-therapeutische Praxis konstruktiv weiterentwickeln kann.
Es werden Fragen bearbeitet wie:
Was ist das therapeutische Milieu und was bewirkt es? Welche Bedeutung haben Übertragungen in der pädagogischen Arbeit? Wie kann ich besser verstehen, was in den Köpfen der Jugendlichen vorgeht? Was kann man durch Zusammenarbeit im Team erreichen? Wie kann die Dynamik in der Jugendlichen-Gruppe beeinflusst werden?
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Viele Jugendliche in den Einrichtungen sind mit psychischen Störungen belastet. Diese verändern das Erleben und Verhalten des Klientels und stellen uns Betreuende vor Fragen im Umgang damit. Durch das vermittelte Hintergrundwissen sollen die Teilnehmenden in die Lage versetzt werden, Erleben und Verhalten der Jugendlichen zu verstehen, eine gute Antwort darauf zu finden und sicherer mit den Erscheinungsformen der psychischen Störungen umzugehen.
Neben einer kurzen Einführung zu den Störungsbildern Angststörungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS) und Psychosen (Schizophrenien) und deren Entstehung beinhaltet das Fortbildungsmodul schwerpunktmäßig Antworten auf folgende Fragen:
Wie können die betroffenen jungen Menschen und ihre Symptomatik verstanden werden? Wie können diagnostische Beschreibungen (z.B. Klinikberichte) „übersetzt“ werden? Welche Herangehensweisen können förderlich für die Entwicklung der jungen Menschen sein? Welche sind besonders schwierige Betreuungssituationen? Wie sind die Reaktionen und Gefühle der Betreuenden und was kann unterstützend sein?
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Menschen in suizidalen Krisen begegnen uns Fachkräften in der psychiatrischen und psychosozialen Arbeit regelmäßig. Diese Situationen sind oft emotional herausfordernd und können auch bei erfahrenen Profis Gefühle von Unsicherheit, Angst oder Hilflosigkeit auslösen. Wie und was darf ich fragen? Wie schätze ich die aktuelle Gefährdung ein? Wie kann ich für die Betroffenen ein hilfreiches Gegenüber sein? Auch die Frage der professionellen Verantwortung erfasst uns in der Begegnung mit suizidalen Klient*innen ganz direkt. Die Fortbildung bietet eine fundierte und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der professionellen Begleitung suizidaler Menschen. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen und die eigene fachliche Kompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen zu stärken.
Inhalte der Fortbildung: • Erkennen möglicher Warnsignale suizidaler Krisen • Gesprächsführung und das Erfragen suizidaler Gedanken – mit praktischen Übungen im Rollenspiel • Aspekte der Gefährdungseinschätzung anhand von Fallbeispielen • Rechtliche Rahmenbedingungen und professionelle Verantwortung • Entwicklung hilfreicher Strategien im Umgang mit suizidalen Menschen im eigenen Arbeitsfeld • Aspekte der Beziehungsgestaltung und Bedeutung der professionellen Haltung
Die Fortbildung folgt einem strukturierten, suizidpräventiven Ansatz. Sie verbindet theoretisches Wissen mit konkreten Handlungsmöglichkeiten und schafft Raum für Reflexion und Austausch.
Kursleiter*in:
Dr. med. Ulrike Wegner, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Arche München
Zielgruppe:
Fachkräfte in psychosozialen und gesundheitlichen Arbeitsgebieten, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Einschätzen von Suizidalität
Formen von Krisen und Suizidalität
Strategien im Umgang mit Menschen in Krisen und suizidalen Menschen
Professionell Helfende begegnen in ihrer Arbeit immer wieder Menschen in akuten Krisen oder mit suizidalen Gedanken. Besonders herausfordernd sind jene Momente, in denen Selbst- oder Fremdgefährdung angedroht oder möglich erscheint und bekannte Deeskalationsstrategien an ihre Grenzen stoßen.
Solche Situationen lösen auch bei uns als Fachpersonen intensive Gefühle aus – Verunsicherung, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Angst, Druck oder auch Ärger. Oft stehen widersprüchliche Emotionen nebeneinander, während gleichzeitig schnelles und verantwortungsvolles Handeln gefragt ist. Wie können wir in diesen Momenten professionell und im Sinne des Klienten reagieren? Welche inneren und äußeren Ressourcen helfen uns, handlungsfähig zu bleiben? Und welche Interventionen sind in der jeweiligen Situation wirklich hilfreich?
In dieser Fortbildung werden theoretische Grundlagen und praxisnahes Wissen miteinander verknüpft. Ziel ist es, das Verständnis für Krisenprozesse zu vertiefen, eigene Reaktionsmuster zu reflektieren und konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln. Durch Kurzvorträge, Gruppendiskussionen und Fallarbeit werden die Teilnehmenden befähigt,
Krisen und Suizidalität frühzeitig zu erkennen,
ihr eigenes Verhalten in angespannten Situationen besser einzuordnen,
Risiken realistisch einzuschätzen und
angemessene Interventionen zu wählen.
Die Inhalte werden auf die spezifischen Arbeitsfelder und Anliegen der Teilnehmenden abgestimmt. Eigene Fallbeispiele sind ausdrücklich erwünscht und bieten die Möglichkeit, das Gelernte unmittelbar auf die eigene Praxis zu übertragen.
Hintergründe, Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Anorexie, Bulimie, Binge-Eating-Disorder sind Themen der Fortbildung. Es wird Basiswissen über psychogene Essstörungen anhand von Fallbeispielen aus der Praxis vermittelt. Das Seminar veranschaulicht den schleichenden Prozess der Entstehung von Essstörungen. Es zeigt Handlungsspielräume für die Behandlungsmotivation und Behandlungsmöglichkeiten.
Kursleiter*in:
Sylvia Baeck, Mitbegründerin von Dick und Dünn, Buchautorin
Wer kennt sie nicht, die negativen Stimmen im Kopf, die uns antreiben, be- und verurteilen und durch ihre subtilen Angriffe unseren Selbstwert, unsere Kreativität und Lebendigkeit untergraben: Das schaffst du nicht! Beeil dich und mach´ keine Fehler! Schau, dass alle zufrieden sind! Nicht gut genug! Sei belastbar und liebenswert! Sei perfekt!
Im Seminar wenden wir uns diesen Plagegeistern zu, um ihre Wirkung und Bedeutung besser zu verstehen und gesündere Strategien im Umgang mit Anteilen zu finden, die uns vermeintlich vor Schmerz, Fehlern und negativen sozialen Folgen schützen, tatsächlich aber eher Ängste, Druck und Stress erzeugen und verstärken.
Methoden: Einzel- und Kleingruppenarbeit, Übungen, Erfahrungsaustausch, Trainer - Input
Die Angst gehört zu unseren Grundemotionen und hat sich in der menschlichen Evolution als sinnvoll und hilfreich erwiesen. Doch bei einigen von uns verlässt die Angst den hilfreichen Bereich und entwickelt sich zu einer chronischen und lebenseinschränkenden Belastung. Neben Depressionen gehören Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen (Jacobi et al., 2016), wobei sie viele verschiedene Gesichter annehmen und in jeder Altersphase auftreten können.
Diese Fortbildung soll einen Überblick über die verschiedenen Arten von Angststörungen geben sowie anhand von Diagnosekriterien und Praxisbeispielen helfen, diese bei Betroffenen zu erkennen und sie in der Bewältigung zu unterstützen. Dabei soll auch auf Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen eingegangen werden. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, Fälle aus der eigenen Arbeit einzubringen und diese in der Gruppe zu diskutieren sowie Lösungsideen zu sammeln.
Folgende Störungsbilder werden thematisiert:
Spezifische Phobie
Soziale Phobie
Agoraphobie
Panikstörung
Generalisierte Angststörung
Selektiver Mutismus
Trennungsangst
Nach dem Workshop weiß ich…
welche Formen von Angststörungen es gibt, woran ich sie erkenne und wie ich sie auseinanderhalte
wie Angststörungen entstehen und aufrechterhalten werden
welche Besonderheiten im Kindes-und Erwachsenenalter existieren
wie ich mit Betroffenen und Bezugspersonen darüber sprechen kann (u.a. Einblick in die Gesprächsführung)
welche Schutzfaktoren, Behandlungsmethoden und Hilfestellen es gibt
wie ich Betroffene in meiner Arbeit unterstütze
Kursleiter*in:
Lisa Reinshagen, M.Sc. Psychologin, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Wir gehen im Seminar davon aus, dass Leitungskräfte alles, was sie für Ihre Arbeit brauchen bereits in sich tragen. Manches davon kann sicher erweitert oder verändert werden. Denn woran sollen sich Leitungskräfte in komplexen, schwierigen Situationen orientieren, wenn nicht an sich selbst?
Im Seminar werden wir uns austauschen über Erfahrungen, die wir mit Leitungskräften in unserer beruflichen Laufbahn gesammelt haben. Wir rekonstruieren das Verständnis von Führung im Wandel der Zeit und betrachten aktuelle Leitungsmodelle. Wir versuchen die Aufgaben von Leitung zu definieren. In Anerkennung der Komplexität und Unvorhersehbarkeit der modernen Arbeitswelt und der sich daraus ergebenen Unsicherheiten und Dilemmata, wie die Regulation von Nähe und Distanz, von Gleichbehandlung aller und dem Eingehen auf den Einzelfall, von Wirtschaftlichkeit und Qualität usw., in der jede Leitungskraft in der Regel steckt, suchen wir nach Orientierungspunkten. Die Beschäftigung mit den eigenen wegweisenden Werten wird dabei eine Rolle spielen.
Außerdem beschäftigen wir uns im Seminar mit Ausgleichsleistungen, die nötig werden, wenn die Arbeit in Teams ungleich verteilt ist. Denn diese Ungleichheit erzeugt auf lange Sicht Unfrieden zwischen den MitarbeiterInnen. Uns interessiert, wie Leitungskräfte diesen Ausgleich fördern können.
Suchterkrankte Menschen tragen oft schwere Verluste und Abschiede mit sich. Ich verstehe den Suchtmittelkonsum als einen Lösungsversuch, mit Verlusten umzugehen und zugleich die Ohnmacht und den Schmerz nicht länger aushalten zu müssen. Einmal angenommen, Trauer, in all ihren Facetten, könnte auch eine Lösung sein, die vielleicht auf längere Sicht heilsam wäre. Was wäre dann anders? In der Fortbildung verbinde ich die Erfahrungen der Trauerbegleitenden mit einer systemischen Haltung in der Suchtarbeit. In dem Zusammenhang beschäftigen wir uns auch mit der wichtigen Frage, welche guten Gründe Schuldkonstruktionen haben können.
Methoden: -Aufstellungen und Arbeit mit inneren Anteilen -Facetten der Trauerarbeit nach C. Paul -Einsatz von Ritualen -Stabilisierungstechniken
„Alle Kinder mit ADHS sind hyperaktiv“, „ADHS haben nur Jungs“, „ADHS ist nur eine Ausrede“ oder „ADHS gibt es gar nicht“. Die Liste der Mythen ist lang. Kaum einer anderen psychischen Störung wird mit so vielen Vorurteilen begegnet wie der ADHS. Doch Vorurteile und Mythen entstehen meist dort, wo es an Wissen fehlt. Besonders in sozialen Berufen sollte diese Wissenslücke jedoch geschlossen werden, da diese einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung einer ADHS liefern können. Dieser Workshop soll nicht nur den gängigsten Mythen auf den Grund gehen, sondern soll vor allem einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der ADHS im Kindesalter und den Umgang damit liefern.
Krisen haben viele Gesichter und insbesondere bei jungen Menschen oft eine hohe Dynamik. Manchmal spitzen sie sich bis zur Suizidalität hin zu. In dieser Fortbildung wird vermittelt, wie sich Krisen möglichst frühzeitig erkennen lassen und wie ein zielführender Umgang damit gelingen kann. Schwerpunkte liegen dabei auf der Einschätzung von Suizidalität sowie der Kontaktgestaltung mit suizidgefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es wird Raum zur Reflexion eigener Reaktionen und Handlungsimpulse gegeben sowie Anregungen zur selbstfürsorglichen Gestaltung der Arbeit mit den Betroffenen.
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Immer wieder gehen Jugendliche in unseren Einrichtungen durch mehr oder weniger schwere Krisen. Manchmal sind diese auch begleitet von Gefühlen der Verzweiflung und des „nicht-mehr-weiter-Wissens“. Zur Begleitung der Jugendlichen ist es erforderlich, Inhalte und Methoden der Krisenintervention zur Verfügung zu haben. Auch die Einschätzung darüber, wie akut die Krisen sind und der sichere Umgang damit gehören zum notwendigen Handwerkszeug der Pädagog*innen. In diesem Modul sollen Kenntnisse vertieft und über Handlungsstrategien gearbeitet werden. Ein weiteres wichtiges Thema sind die Androhung und mögliche Ausübung von Gewalt. Hier liegt der Fokus in der vorausschauenden Vermeidung von Eskalationen durch Deeskalationsstrategien. Welche Grundhaltungen sind hilfreich und was muss ich tun, um deeskalierend zu wirken und zu handeln? Welche Warnhinweise gibt es für Eskalationen? Wie kann ich rechtzeitig eingreifen? Diese und weitere Fragen begleiten uns an diesem Tag.
Kursleiter*in:
Helmut Elle, Diplom Sozialpädagoge, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Inhalte und Methoden der Krisenintervention
Einschätzung von akuten Krisen
Umgang mit Androhung und möglicher Ausübung von Gewalt
trans* Personen sind Nutzer*innen von Jugendarbeit, Jugend- und Eingliederungshilfe. Ihre spezifischen Versorgungsbedürfnisse sind häufig noch nicht in den Hilfe- und Betreuungskontext „übersetzt“. Neben der Vermittlung der aktuellen psychosozialen, medizinischen und rechtlichen Lebens- und Versorgungssituation sollen praxisorientierte Anregungen für die beraterische und betreuende Arbeit gegeben werden. Vorhandene Betreuungsangebote und -konzepte können auf ihre Inklusivität von geschlechtlicher Vielfalt hin betrachtet werden und es werden Anregungen zur Weiterentwicklung gegeben. Die eigene Praxis im Versorgungssystem wird reflektiert und die professionelle Haltung gestärkt .
Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen, kurz trans* Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen trans* Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln.
Kursleiter*in:
Mari Günther, systemische Therapeutin, Diplom Gemeindepädagogin, Bundesverband Trans* e.V. (BVT*)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Vermittlung der aktuellen psychosozialen, medizinischen und rechtlichen Lebens- und Versorgungssituation
Anregungen für die beraterische und betreuende Arbeit
Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern
Spezifika der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
Begegnung mit Vorannahmen über Geschlecht, geschlechtlicher Identität und Sexualität
Durch traumatische Einzelereignisse oder durch langfristig schädigende Bindungserfahrungen können regressive Schemata und Subjekt-Objekt-Konstellationen entstehen, die in Belastungssituationen der Gegenwart aktualisiert werden und den Gegenwartsbezug überlagern, verfälschen oder gar aufheben. Dies bedarf spezifischer Behandlungsmethoden, die regressiven States entgegensteuern. Vermittelt wird die „Arbeit mit dem Inneren Kind“ als ein klinisch bewährtes Vorgehen.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Universität Kassel, Autor diverser Sachbücher
Die sexualpädagogische Begleitung junger Menschen im stationären Bereich stellt Fachkräfte der Sozialpädagogik vor stetig neue Fragen und Herausforderungen. Um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene professionell und bedarfsgerecht begleiten zu können, ist es notwendig, aktuelle Entwicklungen in sexuellen Lebensrealitäten, jugendlichen Subkulturen und digitalen Trends zu verstehen. Gleichzeitig braucht es eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung, um einen sicheren, sensiblen und reflektierten Umgang mit dem Thema Sexualität zu gewährleisten.
Diese Fortbildung bietet den Teilnehmenden Raum zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung im Bereich der Sexualpädagogik. Sie erhalten Einblick in aktuelle Methoden, Materialien und Literatur und werden ermutigt, eigene Erfahrungen, Unsicherheiten und Fragen einzubringen. Die Arbeit findet in einem geschützten, wertschätzenden Rahmen statt und orientiert sich an den Bedarfen der Teilnehmenden.
Schwerpunkte der Fortbildung:
Psychosexuelle Entwicklung: Entwicklungsschritte von Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter auch im Kontext von Beeinträchtigungen
Sexualität und Identität: Definitionen und Dimensionen sexueller Identität, auch im transkulturellen Kontext
Sexuelle Orientierung: Modelle, Phasen und die Bedeutung für die Begleitung junger Menschen
Sexuelle Bildung in digitalen Zeiten: Umgang mit der „Pornografisierung“ der Jugendsexualität
Fallarbeit: Bearbeitung mitgebrachter Fälle und Praxissituationen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden (z. B. Themen wie Liebe, Partnerschaft, Familienplanung, sexuelle Grenzverletzungen)
Methodik: Die Fortbildung verbindet fachliche Inputs mit interaktiven Methoden, kollegialem Austausch und reflektierender Gruppenarbeit. Eigene Fallbeispiele und Fragen aus der Praxis der Teilnehmenden stehen im Zentrum.
Ziel der Fortbildung: Die Teilnehmenden sollen sich sicherer im Umgang mit Fragen rund um Sexualität und Identitätsfindung fühlen, ihr Fachwissen erweitern und ihre eigene Haltung reflektieren können – für eine professionelle, sensible und wertschätzende Begleitung junger Menschen in ihrer sexuellen Entwicklung.
Kursleiter*in:
Lucyna Wronska, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Sexual- und Paartherapie
Jugendliche sind auf der Suche nach Erlebnissen, Selbstwirksamkeit und Grenzen. Der Konsum psychoaktiver Substanzen kann dabei Teil der Identitätsentwicklung sein. Für pädagogische Fachkräfte bedeutet das: Drogenkonsum gehört heute – ob gewollt oder nicht – zu den zentralen Themen, mit denen sie professionell umgehen müssen. Gerade bei sensiblen Themen wie Drogen ist es entscheidend, einen offenen, ehrlichen und kompetenten Dialog zu ermöglichen. Pauschale Verbote führen oft zu Widerstand, Bagatellisierung oder Rückzug. Ziel ist es, mit Jugendlichen gemeinsam eine verantwortungsbewusste, reflektierte Haltung zum Konsum zu entwickeln – ohne dabei den erhobenen Zeigefinger zu erheben. Ein besonderer Fokus liegt auf dem gesellschaftlichen Kontext: Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der legale Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamente eine hohe soziale Akzeptanz genießen – während illegale Drogen stigmatisiert werden. Diese Doppelmoral wirkt sich unmittelbar auf junge Menschen aus, die zunehmend mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert sind. Aktuell verschärft wird diese Debatte durch die Teillegalisierung von Cannabis. Pädagogische Fachkräfte sehen sich dadurch mit neuen Herausforderungen konfrontiert:Wie lässt sich Kinder- und Jugendschutz unter veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen wirksam umsetzen?
Wie kann man Jugendliche sachlich informieren, ohne zu verharmlosen – aber auch ohne moralischen Druck auszuüben? Das Seminar bietet Raum für eine differenzierte, kritische Auseinandersetzung mit der Legalisierung, ihren gesellschaftlichen Wirkungen und ihrer Bedeutung für die pädagogische Praxis. Sie lernen: -Wie Sie eine offene, fachlich fundierte Haltung zu Sucht und Konsumkultur entwickeln. -Wie Sie Jugendliche im Umgang mit Risiken stärken, ohne ihre Selbstbestimmung zu untergraben. -Wie Sie Konsumverhalten erkennen, ansprechen und reflektieren – auch im Spannungsfeld aktueller Gesetzesänderungen.
Das Seminar bietet praxisnahes Wissen zu: -Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz und deren Bedeutung für Risikoverhalten -Konsummustern und Auswirkungen auf das jugendliche Gehirn -Rechtlichen Grundlagen (BtMG, Jugendschutzgesetz, Arbeitsschutz, Schulrecht)
Gemeinsam reflektieren wir, wie pädagogisches Handeln zwischen Selbstbestimmung, Schutzauftrag und gesellschaftlicher Verantwortung gestaltet werden kann.
-Themenschwerpunkte & Leitfragen: -Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant? -Woran erkenne ich Konsum – und wie spreche ich ihn professionell an? -Wie gehe ich im Team mit unterschiedlichen Haltungen um? -Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag? -Welche rechtlichen Grundlagen sind relevant? -Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Kursleiter*in:
Christian Geurden, Diplom Sozialpädagoge, Suchtberater
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Was ist „normaler“ Drogenkonsum im Jugendalter – und wo wird er riskant?
Woran erkenne ich Drogenkonsum – und wie spreche ich ihn professionell an?
Wie beeinflusst die Cannabis-Legalisierung den pädagogischen Alltag?
Wie gehe ich persönlich mit diesem Thema um, wie agiere ich als Mitglied eines Teams?
Welche Haltung vertrete ich – und wie stärke ich Jugendliche in ihrer Entscheidungskompetenz?
Ziel psychosozialer Arbeit ist eine möglichst weitgehende Selbstbestimmung ihrer Klient*innen, die für Bewohner*innen der westlichen Welt in den letzten Jahrzehnten in vielfacher Hinsicht realisierbar geworden ist. Wie in allen Zeiten unterliegen wir aber weiterhin Naturgesetzen und vielfältigen gesellschaftlichen Bedingungen. Die Behauptung eines autonomen Individuums verschleiert sein gleichzeitiges beherrscht werden: intrapsychisch durch das Unbewusste, aber auch gesellschaftlich durch die Gesetze des Marktes und durch die technologische Entwicklung in einer digitalisierten Welt. Die Wirkmächtigkeit des Einzelnen hängt von der Anerkennung seines Eingebundenseins ab. Dies gilt für das Individuum, seine Selbstbestimmung und ihre Grenzen wie für die Begrenzung des technisch Machbaren in einem bedrohten Ökosystem. Bewusste Verantwortung als Grundlage menschlichen Lebens erfordert Anerkennung von Begrenzungen. In dem Seminar werden die Begrenzungen und Abhängigkeiten des Einzelnen deutlich gemacht und diskutiert. Durch dieses vertiefte Bewusstwerden wird die psychosoziale Arbeit mit den Klienten um eine notwendige und wesentliche Dimension bereichert.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Martin Teising, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Lehranalytiker der Deutschen und der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung
Zielgruppe:
Angehörige aller psychosozialen Berufe
Schwerpunkt:
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: Gesundheit und Krankheit
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: hohem Lebensalter
Selbstbestimmung und ihre Grenzen bei: Suizidalität
Nach Expertenmeinung leiden professionelle Helfer*innen häufig an Traumata, ohne die zu Grunde liegenden Ereignisse selbst erlebt zu haben. Sie können von Gefühlen, die in der Begegnung mit traumatisierten Menschen ausgelöst werden, geradezu überwältigt sein. In der Resonanz hat das Trauma „ansteckende“ Wirkung und löst Belastungen aus, die als Sekundärtraumatisierung bezeichnet werden. Symptome einer sekundären Traumatisierung können ähnlich einer primären Traumatisierung sein. Diese sind u.a.: Gefühle von Erschöpfung, Müdigkeit, Zweifel am Sinn der Arbeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sich taub fühlen und keine Freude mehr empfinden.
Ziele des Seminars sind Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen und Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer*innen wird die eigene praktische Psychohygiene im Mittelpunkt stehen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen
Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung
Die Arbeit mit psychisch belasteten Klient:*innen stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte in der Jugendhilfe. Sie erfordert Einfühlungsvermögen, Resilienz sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstregulation. Begegnungen mit Klient*innen können dabei intensive Gefühle auslösen, die einerseits eine wertvolle Ressource für die Beziehungsarbeit darstellen, andererseits aber auch belasten sind und die fachliche Einschätzung beeinträchtigen können. Ein bewusster Umgang mit diesen emotionalen Erfahrungen ist daher entscheidend, um Jugendliche und ihre Familien kompetent und stabil begleiten zu können.
In diesem Seminar lernen Sie einen praxisnahen Rahmen auf Grundlage der Mentalisierungstheorie kennen. Er unterstützt Sie dabei, Ihre eigenen Toleranz- und Mentalisierungsfenster wahrzunehmen und persönliche Muster in Situationen emotionaler Überforderung zu erkennen. Anhand von Fallbeispielen reflektieren Sie verstrickte Dynamiken und erhalten Impulse und Strategien, um Denkraum und emotionalen Abstand zu gewinnen. In praktischen Übungen erproben Sie zudem Selbstregulationstechniken, die Ihnen helfen, Ihre emotionale Stabilität im Berufsalltag zu stärken und Ihre Arbeit mit belasteten Jugendlichen noch professioneller zu gestalten.
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Längst ist inzwischen klar, dass Selbstverletzendes Verhalten für die meisten Patient*innen eine Form der Selbstfürsorge, der Stress-Regulation ist. Darüber hinaus zeigen aber sehr viele Menschen mit erheblichen Problemen eine ausgeprägte Tendenz, sich selbst zu schädigen, sich das Leben unverständlich schwer zu machen und eine therapeutische Arbeit zur Förderung der Selbstfürsorge geradezu als Bedrohung zu erleben und zu bekämpfen. Im Seminar wird dieses Verhalten versucht zu verstehen, und es werden verschiedene Behandlungsansätze vermittelt. Themen sind: Selbstverletzendes Verhalten, Selbst-Feindlichkeit, Täterintrojekte bei komplexen Trauma-Folgestörungen, Arbeit mit Täter-Introjekten: Imaginatives Vorgehen, sokratisches Fragen, systemisches Verständnis.
Kursleiter*in:
Prof. Dr. med. Ulrich Sachsse, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Universität Kassel, Autor diverser Sachbücher
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Auch wenn die Jugendlichen, die in der Wohngruppe leben, als Einzelne mit ihren besonderen Fragestellungen und Problematiken gesehen und betreut werden, so leben sie zugleich in einer Gruppe. Für viele ist gerade der Kontakt und das sich-in-Gruppen-bewegen eine zentrale Schwierigkeit ihres Erlebens, die sie oft nur schwer bewältigen können. Die Arbeit mit der Gruppe der Jugendlichen ist eine unvermeidbare Aufgabenstellung für die einzelnen Betreuer*innen und das Team, das ebenfalls eine Gruppe ist. Prozesse der Gruppendynamik wahrzunehmen und die Arbeit mit der Gruppe als aktiven Prozess zu gestalten, sich selbst als Teil der Dynamik in Betracht zu ziehen, bildet eine Grundlage auch für die Arbeit mit den einzelnen Jugendlichen und soll in diesem Modul vermittelt werden.
Bindungsmuster und deren Störungsbilder, Sensibilisierung und Umsetzung von Nähe und Distanz
Bindung gehört zum grundlegenden Bedürfnis aller Menschen. Sie ist ein wesentliches Element, um in der professionellen Begleitung von Menschen Einfluss auf die Entwicklung der zu Betreuenden zu nehmen. In der Praxis unserer Arbeit haben wir es vielfach mit bindungsgestörten Klient*innen zu tun, die sich abweisend, aggressiv und widersprüchlich verhalten. Um den Jugendlichen neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen, braucht es einen klaren Blick auf Beziehungsdynamiken und mögliche Verstrickungen. Wer gesunde Grenzen in der Übernahme von Verantwortung für sich und den Klienten findet, kann leichter auf Grenzüberschreitungen reagieren, Überforderungssituationen auflösen und angemessene Formen des Kontaktes schaffen. Der kluge Umgang mit schwierigen Situationen ist immer auch ein kluger Umgang mit sich selbst.
Am ersten Tag geht es entsprechend um eigene Stärken und Ressourcen des Selbstkontaktes und der Selbstregulation sowie um innere Überzeugungen, die Räume für Begegnung öffnen bzw. blockieren.
Der zweite Tag beschäftigt sich mit schwierigen Alltagsituationen und dem Blick auf bindungsgestörte Klient*innen, um manipulative Beziehungsdynamiken zu erkennen und Nähe- und Distanzregulation zu üben.
Führungskräfte im psychosozialen Bereich stehen täglich vor der Herausforderung, komplexe Anforderungen zu koordinieren: eigene Ansätze und Werte, Erwartungen von Mitarbeitenden, institutionelle Rahmenbedingungen sowie externe Vorgaben. Diese Vielschichtigkeit souverän zu gestalten, ist Kern guter Führung. In dieser Fortbildung lernen Sie, Ihr Selbstmanagement zu schärfen und Ihre Handlungsfähigkeit gezielt zu erweitern. Ziel ist es, dass Sie Ihre Leitungsrolle klarer, effizienter und proaktiv ausfüllen – und dabei neue Energie für Ihre tägliche Praxis gewinnen.
Inhalte: · Zeitmanagement optimieren: den richtigen Zeitpunkt für Interventionen erkennen und nutzen · Proaktives Denken entwickeln: wichtige Aufgaben rechtzeitig und wirksam angehen · Rollen klären: bewusst unterscheiden zwischen eigenem Handeln und Delegieren an Mitarbeitende
Methoden: · Analyse aktueller Lebens- und Berufsrollen im organisationalen Kontext · Erkennen von Mustern in Erfolgen und Konflikten als Ansatzpunkt für wirksame Interventionen · Training mit spezifischen Tools, künstlerischen und musikalischen Methoden · Gruppencoachings zur Reflexion und Umsetzung im eigenen Praxisfeld
Ablauf: · 1-tägiges Präsenztraining · Optional (nicht im Preis inbegriffen) gibt es die Möglichkeit, 4 begleitende Online-Gruppencoachings zur nachhaltigen Integration in Ihre Führungspraxis zu erhalten. Hier werden Sie ein eigenes Projekts aus Ihrem Arbeitsfeld als persönlichen Entwicklungsgegenstand bearbeiten.
Nutzen für Sie · Mehr Klarheit über Ihre Rolle und Ihren Beitrag in der Organisation · Gestärktes Selbstbewusstsein im Umgang mit komplexen Rahmenbedingungen · Effizienteres, souveräneres Leiten von Prozessen · Erfrischung und Stärkung für Ihre tägliche Leitungspraxis
Kursleiter*in:
Heiner von Viebahn, Supervisor DGSV, Sozialpädagoge, Organisationsberater
Zielgruppe:
Führungskräfte im psychosozialen Bereich, angehende Führungskräfte
In diesem praxisorientierten (Selbsterfahrungs-) Seminar entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, Symbole gezielt einzusetzen. Hierzu gibt es praktische Übungen zur Symbolarbeit als auch Tipps für den Einsatz in Beratung, Coaching und Therapie.
Symbolarbeit ist eine Methode, die Symbole gezielt nutzt, um innere Prozesse, unbewusste Inhalte und persönliche Entwicklungen sichtbar und bearbeitbar zu machen. Sie wird in vielen Kontexten angewendet – etwa in Therapie, Coaching, Pädagogik, Supervision und der Traumaarbeit.
Symbole wirken tief auf unser Unbewusstes. Durch ihre Verwendung lassen sich innere Bilder, Gefühle, Konflikte oder Ressourcen in eine äußere, sichtbare Form bringen. Dies ermöglicht es, Themen zu „begreifen“, zu bearbeiten und oft auch leichter zu transformieren.
Bei der Arbeit mit Symbolen wählen Klient*innen Gegenstände (z. B. Steine, Figuren, Naturmaterialien, Spielmaterial), die innere Themen oder Zustände symbolisieren. Diese werden z. B. auf dem Boden arrangiert (ähnlich wie bei einer Aufstellung).
Ziel der Symbolarbeit ist es,
Zugang zum Unbewussten schaffen
Ressourcen aktivieren
Konflikte externalisieren
Emotionale Entlastung ermöglichen
Entscheidungen oder Entwicklungsprozesse klären.
Die Wirkung dieser Methode:
Aktiviert intuitive und emotionale Aspekte der Entscheidung
Ermöglicht Perspektivwechsel und emotionale Klarheit
Reduziert Verwirrung, weil das Thema „begreifbar“ wird
Unterstützt die Eigenverantwortung im Entscheidungsprozess.
Kursleiter*in:
Karin Vogel, Diplom Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin
Zielgruppe:
Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich
Schwerpunkt:
Üben des Einsatzes von Symbolen in entspannter Atmosphäre
Im Kontext von psychosozialer Arbeit ist die Beziehungsgestaltung zu unseren Klient*innen sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting immer wieder eine Herausforderung in den helfenden Berufen. Wir sind oft mit Wünschen und Sehnsüchten jedoch auch mit Ablehnung und Feindseligkeit uns gegenüber konfrontiert. Dann fragen wir uns, wieviel Nähe tut den Klient*innen gerade gut und wo ist Abgrenzung notwendig. Manchmal jedoch sind wir verstrickt, so dass wir erst im Nachhinein bemerken, dass über unsere Grenzen gegangen wurde oder wir die Grenzen der Klient*innen verletzt haben. Um unseren Klient*innen ein gesundes Beziehungsangebot machen zu können, ist es wichtig, unser Nähe- und Distanzverhalten zu reflektieren.
In dieser Fortbildung wollen wir die Möglichkeit geben, die Haltung bezüglich Nähe und Distanz zu den Klient*innen anzuschauen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dies wollen wir auch mit Hilfe von praktischen Übungen tun. Gerne können auch eigene Fälle mitgebracht werden.
Kursleiter*in:
Gerlinde Huber, Diplom Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Fachkräfte in psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeldern sind geübt darin, Menschen in persönlichen Krisen zu begleiten und zu stabilisieren. Doch was geschieht, wenn kollektive Krisen – globale Konflikte, gesellschaftliche Spannungen, ökologische und ökonomische Unsicherheiten – uns alle betreffen? Wenn diese Phänomene auch bei „den Profis“ Verunsicherung, Angst, Erschütterung oder Erschöpfung auslösen?
Diese Fortbildung bietet Raum, die eigene Resilienz zu stärken und Wege zu finden, innerlich stabil zu bleiben, auch wenn das Außen wankt. Denn Krisen tragen immer auch die Möglichkeit in sich, Entwicklung und Wandlung anzustoßen.
Gemeinsam wollen wir erkunden:
Welche Chancen und Lernfelder können in herausfordernden Zeiten liegen?
Welche Haltungen, Überzeugungen und Muster unterstützen oder behindern unsere innere Stärke?
Wie gelingt es, präsent, handlungsfähig und mitfühlend zu bleiben – für uns selbst, unser Umfeld und unsere Klient*innen?
In einem geschützten und wertschätzenden Gruppenrahmen verbinden sich theoretische Impulse mit Selbsterfahrung und Reflexion. Kurze Inputs zu Krise, Trauma und Entwicklung wechseln sich mit dialogischen, mentalen, körperorientierten und aufstellungsbasierten Methoden ab. So entsteht ein Prozess, der individuelles Coaching innerhalb der Gruppe ermöglicht und persönliche Ressourcen sichtbar macht.
Thematische Schwerpunkte:
Verantwortung in Zeiten kollektiver Erschütterungen: „Darf es mir gut gehen, wenn es anderen schlecht geht?“
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten
Eigene Ausrichtung finden – ohne andere(s) abzulehnen
Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Polarisierungen: Entwicklung von Ambiguitätskompetenz
Offenheit und Neugier bewahren – trotz Unsicherheit und Wandel
Diese Coaching-Tage bieten Freiraum und Struktur, um persönliche Stabilität, berufliche Wirksamkeit und innere Balance neu zu entdecken und zu stärken.
Kursleiter*in:
Claudia Ehlert, Soziologin, M. A., Supervisorin (DGSv) und Fortbildnerin mit Schwerpunkt Psycho-Traumatologie/Trauma-Pädagogik
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten
Kreative Methoden können Prozesse beleben und Interaktionen erleichtern, körperlich und geistig in Bewegung bringen und entspannen. Ziel dieses Seminars ist es, das eigene Handlungsrepertoire zu erweitern, Kreativität und Flexibilität zu erhöhen, um die pädagogische Arbeit mit Klient*innen wirksamer und nachhaltiger werden zu lassen. Das Seminar hat Werkstattcharakter. Gemeinsam werden die verschiedenen Techniken erlebbar gemacht und auf ihre Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten für die psychosoziale und pädagogische Beratung erprobt. Inhalte sind: Bewegungsübungen, Selbstregulationsübungen, Elemente aus dem pädagogischen Psychodrama, Arbeit mit Symbolen, Visualisierungstechniken.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Mitarbeiter*innen in psychosozialer und pädagogischer Beratung
Schwerpunkt:
Erweiterung des professionellen Handlungsspielraums
Verstärkung der Wirksamkeit des pädagogischen Handelns
Erprobung verschiedener Techniken im Werkstattcharakter
Die Zwangsstörung ist geprägt von einem Leben in Angst und unter der Kontrolle von zwanghaften Gedanken und Verhaltensweisen. Ohne Behandlung ist ihr Verlauf meist chronisch, weshalb ein frühes Eingreifen – wie bei vielen psychischen Erkrankungen – besonders wichtig ist. Die Symptomatik ist jedoch komplex, sodass Betroffene fast immer auf die Hilfe von außen angewiesen sind. Dieser Workshop vermittelt fundiertes Wissen über die Entstehung, Symptome und unterschiedlichen Ausprägungen von Zwangserkrankungen. Sie erfahren, wie man zwanghaftes Denken und Verhalten erkennt und wie man im professionellen Rahmen damit umgeht. Zudem erhalten Sie praxisnahe Strategien, um betroffene Klienten gezielt zu unterstützen, die Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen.
Lerninhalte: • Symptomatik und Ausprägungsformen • Besonderheiten im Kindes- und Jugendalter • Ursachen und Entstehung • Behandlungsmethoden und Interventionsmöglichkeiten • Fallarbeit
Kursleiter*in:
Lisa Reinshagen, M.Sc. Psychologin, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Symptomatik und Ausprägungsformen
Besonderheiten im Kindes-und Jugendalter
Ursachen und Entstehung
Behandlungsmethoden und Interventionsmöglichkeiten