Kinder und Jugendliche suchen das Abenteuer, um sich in herausfordernden Situationen zu entwickeln und eigene Grenzen zu erfahren. Sie möchten sich spüren, erleben, austesten und erproben. Die Auseinandersetzung mit Drogen gehört daher mittlerweile zu einer wichtigen Entwicklungsaufgabe des Jugendalters. Gerade bei Tabuthemen wie Drogenkonsum ist es für pädagogische Fachkräfte wichtig, zu lernen, diese kompetent, offen und ehrlich anzusprechen. Eine strikte Verbotshaltung führt meist in eine Sackgasse, in der die Jugendlichen mit Bagatellisierung, Verleugnung, Widerstand oder gar Aggression reagieren. In diesem Seminar erfahren Sie, wie zu einem tabufreien, offenen Dialog beitragen und gemeinsam mit den Jugendlichen gesundheitsfördernde Kulturtechniken entwickeln. Um präventiv einer Suchtentstehung entgegenzuwirken, müssen die Kompetenzen der Jugendlichen, ihr Rausch- und Risikoverhalten einzuschätzen, gestärkt werden. Von den pädagogischen Fachkräften erfordert dies die Bereitschaft, auch bei gefährdeten Jugendlichen selbstbestimmte Entscheidungen anzuerkennen. Das Seminar lädt dazu ein, eigene Sichtweisen zu hinterfragen, zu weiten und persönliche Möglichkeiten zu erkunden, um dem Thema neu begegnen zu können. Die Teilnehmenden erhalten Informationen zu den Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenzphase, zu den gängigsten Drogen sowie der Funktion und den Auswirkungen des Konsums psychoaktiver Substanzen auf das jugendliche Gehirn. Wie unterscheiden sich die Konsummuster? Welche Rahmenbedingungen und Regeln sind, insbesondere bezogen auf die Ausbildungssituation und die Arbeit in der Jugendhilfe, sinnvoll? Wir thematisieren die Überprüfungsmöglichkeiten und Grenzen von Regelüberschreitungen unter Arbeitssicherheitsaspekten und Besonderheiten süchtigen Verhaltens. Ab wann muss professionelle Hilfe eingeschaltet werden? Was kann ein Team leisten? Was ist im Zusammenspiel von Jugendschutz- und Jugendarbeitsschutzgesetz, den Reha-Vorgaben der Arbeitsagenturen und dem Betäubungsmittelgesetz zu beachten? Die aktuelle Entwicklung weist zudem auf einen zunehmenden Mischkonsum verschiedenster Drogen und auch sogenannter “legal highs“ hin. Hier geben wir einen Überblick über Beschaffungsquellen, Funktion und Wirkung sowie die psychische und physische Gesundheitsgefährdung junger Menschen.
Kursleiter*in:
Sabine Collman, Diplom Erziehungswissenschaftlerin, Suchttherapeutin VDR, Projektleitung Villa Störtebecker, Karuna e.V.
, Christian Geurden, Diplom Sozialpädagoge, Suchtberater
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Drogenkonsum im Jugendalter: Was ist „normal“? Wie viel ist zu viel?
Woran erkenne ich Drogenkonsum?
Wie spreche ich den Konsum an?
Wie gehe ich persönlich mit diesem Thema um, wie agiere ich als Mitglied eines Teams?
Wie entwickle ich eine eigene Haltung zu diesem Thema?
In dem Seminar wird grundsätzliches Wissen zu Krisen und möglicherweise auftretender Suizidalität im späten Kindes- und Jugendalter vermittelt. Die Anzeichen einer Krise zu erkennen und der Umgang mit Suizidgedanken und –äußerungen werden erarbeitet. Dabei ist es Ziel, die eigene professionelle Handlungsfähigkeit zu erhalten und passende Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben.
Kursleiter*in:
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland
Eine Borderline - Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Probleme mit sich selbst, mit anderen, mit der Gefühlsregulation, der Wahrnehmung ("ich spüre keinen Schmerz, wenn ich mich selbst verletze") und durch selbstschädigendes Verhalten. Da insbesondere in der Adoleszenz fast sämtliche Subformen des Borderline Syndroms vorkommen können, ist es nicht immer leicht, zwischen normalen entwicklungsspezifischen Symptomen und der schweren Symptomatologie von Menschen mit Borderline - Störung zu unterscheiden. Zudem ist die Stabilität dieser Störung zwischen Adoleszenz und frühem Erwachsenenalter weitaus geringer, als früher angenommen. Nur bei jeder/m 5. bis 10. Jugendlichen bleiben die Kernsymptome auf Dauer bestehen.
In jedem Fall aber stellen Jugendliche und junge Erwachsene mit den genannten Problemen Eltern, Betreuer*innen, Lehrer*innen und das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen.
Nach einer Einführung in die Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz, der Definition von Persönlichkeit und Borderline - Störung einschließlich deren Ursachen, Verlauf und Prognose wollen wir versuchen, uns mit diesen Herausforderungen näher zu befassen:
- wie können die Betroffenen im Alltag unterstützt werden?
- wie mit Selbstverletzungen und Suizidalität umgehen?
- welche Aufgaben übernimmt wer?
Bringen Sie sehr gerne eigene Erfahrungen und "Fallbeispiele" mit.
Kursleiter*in:
Dr. med. Ingrid Kolleck, Kinder- und Jugendpsychiaterin, ehemalige Oberärztin im St. Josef Krankenhaus - Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Einführung in die Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz
Definition von Persönlichkeit und Borderline - Störung einschließlich deren Ursachen
Schizophrenie ist eine schwerwiegende, häufig chronisch verlaufende Erkrankung, die in ihrem Verlauf immer wieder kostenaufwändige stationäre Behandlungen notwendig macht. In den letzten Jahren mehren sich Hinweise darauf, dass ein frühzeitiges Erkennen und konsequentes Behandeln der Erkrankung, bestenfalls schon in der Frühphase („Prodromalphase“), einen positiven Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf sowie die hiermit verbundenen gesundheitlichen und medizinisch-ökonomischen Folgen haben kann. In diesem Seminar werden die Konzepte und Methoden zur Früherkennung und -behandlung der Schizophrenie dargestellt. Hierbei soll es allerdings auch um eine kritische Reflexion der Grenzen und Risiken der Früherkennung im psychiatrischen Alltag gehen und Sensibilität für mögliche Differentialdiagnosen zum schizophrenen Prodromalstadium geschaffen werden.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Ängste sind wichtig und bewahren das Überleben. Erst wenn Ängste so mächtig werden, dass sie uns einschränken und an unserer Entwicklung hindern, werden sie zu einem Problem, d.h. es gibt innere und/ oder äußere Beobachter, die die Angst in einem bestimmten Kontext bewerten und diese als Problem einstufen.
Wir werden verschiedene Angststörungen anhand von Fallbeispielen vorstellen. Zur Verdeutlichung der Entstehung und Aufrechterhaltung von Ängsten arbeiten wir mit Modellen, geben Einblick in die Genogrammarbeit und nutzen Aufstellungen. Außerdem werden wir systemische Fragetechniken erläutern und Glaubenssätzen umformulieren. Ganz praktisch werden Entspannungs- und Imaginationsübungen vorgestellt und eingeübt. Ziel ist es, mögliche Beziehungsdynamiken und innere Konflikte hinter einer Angststörung zu reflektieren, die Funktion der jeweiligen Angst zu verstehen, Übungen zur Entspannung zu erproben und erste Lösungsideen zu entwickeln.
Kursleiter*in:
Debora van der Vecht-Goessmann, Diplom Pädagogin
, Kerstin Zabel-Strzyz, Diplom Sozialpädagogin, Systemische Supervisorin, Systemische Therapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Überblick über phobische Störungen nach dem ICD 10
Angstdynamik und Beziehungsmuster – Angst als Stabilisator der Familienstruktur?
Modell des psychischen Konflikts bei symptomatischen Ängsten aus der systemischen Therapie
Um im Berufsalltag stressauslösende und belastende Situationen besser bewältigen zu können, ist es wichtig, Ressourcen aufzuspüren und sie bewusst einzusetzen. Für eine optimale Selbststeuerung braucht es Klarheit, was die eigenen Bedürfnisse und Werte betrifft. Achtsamkeit und Wertschätzung sind dabei wichtige Erfolgsfaktoren – ganz gleich, ob es um Stressreduktion, die Entwicklung gesunder Gewohnheiten oder die Freisetzung unserer Kreativität geht. Sie fördern die körperliche und physische Gesundheit, stärken die Belastbarkeit und sind die Voraussetzung für eine gute Work Live Balance. Achtsamkeit und Wertschätzung sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit und eine wertschätzende Kommunikation. Sie haben in der Fortbildung die Möglichkeit, eigenes Verhalten zu reflektieren, eigene Ressourcen zu entdecken, sich der eigenen Werte bewusst zu werden.
Kursleiter*in:
Christine Warmuth, Diplom Sozialpädagogin (FH), Kommunikationstrainerin, Coach & Meditationslehrerin, Zertifizierte Trainerin (CNVC) für Gewaltfreie Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg
Schwerpunkt:
Selbstverantwortung für das eigene Wohlbefinden übernehmen