Krisen haben viele Gesichter und insbesondere bei jungen Menschen oft eine hohe Dynamik. Manchmal spitzen sie sich bis zur Suizidalität hin zu. In dieser Fortbildung wird vermittelt, wie sich Krisen möglichst frühzeitig erkennen lassen und wie ein zielführender Umgang damit gelingen kann. Schwerpunkte liegen dabei auf der Einschätzung von Suizidalität sowie der Kontaktgestaltung mit suizidgefährdeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es wird Raum zur Reflexion eigener Reaktionen und Handlungsimpulse gegeben sowie Anregungen zur selbstfürsorglichen Gestaltung der Arbeit mit den Betroffenen.
Der Umgang mit sexualisiertem Verhalten oder sexualisierter Gewalt von Klient*innen oder der Umgang mit Sexualstraftäter*innen als Klient*innen stellt uns als Betreuer*innen in der ambulanten, teilstationären oder stationären Versorgung vor eine besondere Herausforderung. Sexualität berührt einen intimen Bereich unseres Lebens, darüber zu sprechen erfordert Mut und nicht selten wird dieser Bereich in der psychosozialen Arbeit zwischen Betreuten und Betreuer*innen weitgehend ausgeklammert. In der Arbeit sehen uns mit verschiedenen, für die Arbeit relevanten Fragestellungen konfrontiert, wie zum Beispiel: Wie prüfe ich, ob jemand mit einem solchen Hintergrund von uns/mir betreut werden kann? Darf ich eine Betreuung ablehnen – und wenn ja, wie begründe ich das? Wie schütze ich mich, meine Kolleg*innen, meine Betreuten? Wie gehe ich mit einer Opfer-Täter-Dynamik in einer Wohngruppe um? Wie spreche ich über Sexualität und sexualisierte Gewalt? In dieser Fortbildung werden wir uns diesen Problembereichen stellen und gemeinsam lösungsorientierte Handlungsmöglichkeiten erarbeiten.
Die Teilnehmer*innen
Lernen zu erkennen, wo die Grenze zu sexuellen Übergriffen und sexuellem Missbrauch verläuft
Verstehen die Dynamik der Entstehung von sexueller Gewalt
Lernen den Umgang mit sexuell verletzten Menschen
Erfahren die neusten Forschungsergebnisse in Bezug auf Folgen der sexuellen Gewalt einschließlich der Gehirnforschung
Erhalten Hinweise für die Begleitung von Betroffenen von sexueller Gewalt
Kursleiter*in:
Lucyna Wronska, Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Sexual- und Paartherapie
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Lernen zu erkennen, wo die Grenze zu sexuellen Übergriffen und sexuellem Missbrauch verläuft
Dynamik der Entstehung von sexueller Gewalt verstehen
Umgang mit sexuell verletzten Menschen lernen
Neuste Forschungsergebnisse in Bezug auf Folgen der sexuellen Gewalt einschließlich der Gehirnforschung
Die zwei Fortbildungstage verbinden die Themen Trauma und Sucht miteinander. Am ersten Tag geht es v.a. um Fragen: Was ist ein Trauma? Welche Auswirkungen haben traumatische Erlebnisse auf das Gehirn? An Fallbeispielen werden Traumafolgestörungen und deren Umgang damit veranschaulicht.
Am zweiten Tag wird süchtiges Verhalten als eine Traumafolgestörung näher betrachtet; ich stelle ein Modell zur Erklärung von Sucht aus der syst. Therapie vor, führe in die Arbeit mit inneren Anteilen ein und betrachten Sucht unter dem Blick einer Überlebensstrategie.
Ganz praktisch werde ich Ihnen Stabilisierungstechniken vorstellen, wie Imaginations- und Distanzierungsübungen sowie Atemtechniken.
Methoden: Fallbeispiel mit Genogramm, Aufstellung zum Verdeutlichen von Auswirkungen von traumatischen Erlebnissen auf das Gehirn, Arbeit mit inneren Anteilen, Stabilisierungstechniken, Atemtechniken
Depression ist eine weit verbreitete psychische Erkrankung, die Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann. Sie ist mehr als nur vorübergehende Traurigkeit oder ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Eine Depression zeichnet sich durch eine tiefe, anhaltende Traurigkeit und ein stark vermindertes Interesse an alltäglichen Aktivitäten aus. Betroffene erleben oft Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und in schweren Fällen sogar Suizidgedanken.
Die Ursachen für Depressionen sind vielfältig und können genetische, biologische, psychologische und umweltbedingte Faktoren umfassen. Oft spielt eine Kombination dieser Faktoren eine Rolle. Zu den biologischen Ursachen gehören Ungleichgewichte in der Gehirnchemie, während psychologische Ursachen etwa in Traumata oder langfristigem Stress liegen können.
In diesem Seminar werden wir uns mit den verschiedenen Formen der Depression auseinandersetzen und die diagnostischen Kriterien beleuchten. Zudem werden wir auf die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten eingehen, die von Psychotherapie über medikamentöse Therapie bis hin zu alternativen Ansätzen wie Achtsamkeitstraining und körperlicher Aktivität reichen. Ziel des Seminars ist es, ein tieferes Verständnis für die Komplexität der Depression zu entwickeln und zu erörtern, wie Betroffene unterstützt werden können.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Essen oder Nicht-Essen…Psychogene Essstörungen als Bewältigungsstrategie. Ein frühzeitiges Erkennen einer Essstörung erhöht die Chance auf Heilung, vorausgesetzt, dass eine Behandlung von Betroffenen angenommen wird. Ein sensibler aber auch konfrontativer Umgang mit Betroffenen ist unumgänglich. Die Fortbildung gibt u.a. Einblicke in Denk- und Reaktionsmuster von Betroffenen und zeigt Fallen und Chancen im Umgang mit ihnen auf.
Schwerpunkte sind: -Basisinformationen über Ursachen, Entstehungsverläufe, d.h. Früherkennung, Symptomatik, Folgen und Behandlung von Psychogenen Essstörungen -Umgang mit Betroffenen und Angehörigen -Chancen und Fallen in Gesprächssituationen unter Einbezug von Fallbeispielen
Kursleiter*in:
Sylvia Baeck, Mitbegründerin von Dick und Dünn, Buchautorin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, Psychotherapeut*innen
Schwerpunkt:
Hintergründe, verschiedene Phasen, Erkennungsmerkmale und Behandlung von psychogenen Essstörungen. Umgang mit Betroffenen und Angehörigen.
1.Tag Basisinformationen über Ursachen, Entstehungsverläufe, d.h. Früherkennung, Symptomatik, Folgen und Behandlung von Psychogenen Essstörungen
2.Tag: Umgang mit Betroffenen und Angehörigen. Chancen und Fallen in Gesprächssituationen unter Einbezug von Fallbeispielen