Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen tiefgreifend beeinflusst. Sie ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, die sich in Form von Halluzinationen, Wahnvorstellungen, desorganisiertem Denken und Verhaltensweisen sowie negativen Symptomen wie sozialem Rückzug und emotionaler Abflachung äußern können. Schizophrenie tritt typischerweise im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf und kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Die genauen Ursachen der Schizophrenie sind noch nicht vollständig verstanden, jedoch wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, biologischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt. Störungen in der Gehirnstruktur und -funktion sowie Ungleichgewichte in Neurotransmittersystemen, insbesondere Dopamin und Glutamat, sind häufig mit der Erkrankung verbunden. Auch psychosoziale Faktoren, wie belastende Lebensereignisse, können das Risiko einer Schizophrenie erhöhen.
In diesem Seminar möchten wir ein umfassendes Bild der Schizophrenie zeichnen und die Herausforderungen bei der Diagnose dieser komplexen Erkrankung diskutieren. Wir werden verschiedene Therapieansätze vorstellen, die von antipsychotischen Medikamenten über psychotherapeutische Maßnahmen bis hin zu sozialer Unterstützung und Rehabilitation reichen. Zudem wird ein Fokus auf die Bedeutung der Frühintervention gelegt, um die Prognose und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Kursleiter*in:
Dr. rer.nat. Yehonala Gudlowski, Diplompsychologin, Psychotherapeutin
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Bindungsmuster und deren Störungsbilder, Sensibilisierung und Umsetzung von Nähe und Distanz
Bindung gehört zum grundlegenden Bedürfnis aller Menschen. Sie ist ein wesentliches Element, um in der professionellen Begleitung von Menschen Einfluss auf die Entwicklung der zu Betreuenden zu nehmen. In der Praxis unserer Arbeit haben wir es vielfach mit bindungsgestörten Klient*innen zu tun, die sich abweisend, aggressiv und widersprüchlich verhalten. Um den Jugendlichen neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen, braucht es einen klaren Blick auf Beziehungsdynamiken und mögliche Verstrickungen. Wer gesunde Grenzen in der Übernahme von Verantwortung für sich und den Klienten findet, kann leichter auf Grenzüberschreitungen reagieren, Überforderungssituationen auflösen und angemessene Formen des Kontaktes schaffen. Der kluge Umgang mit schwierigen Situationen ist immer auch ein kluger Umgang mit sich selbst.
Am ersten Tag geht es entsprechend um eigene Stärken und Ressourcen des Selbstkontaktes und der Selbstregulation sowie um innere Überzeugungen, die Räume für Begegnung öffnen bzw. blockieren.
Der zweite Tag beschäftigt sich mit schwierigen Alltagsituationen und dem Blick auf bindungsgestörte Klient*innen, um manipulative Beziehungsdynamiken zu erkennen und Nähe- und Distanzregulation zu üben.
In dem Seminar wird grundsätzliches Wissen zu Krisen und möglicherweise auftretender Suizidalität im späten Kindes- und Jugendalter vermittelt. Die Anzeichen einer Krise zu erkennen und der Umgang mit Suizidgedanken und –äußerungen werden erarbeitet. Dabei ist es Ziel, die eigene professionelle Handlungsfähigkeit zu erhalten und passende Hilfsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben.
Kursleiter*in:
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland
Kinder und Jugendliche mit Traumatisierungserfahrungen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe stellen im pädagogischen Alltag - in der Einzelbetreuung und in der Gruppe - eine große Herausforderung dar.
Nach einer kurzen Einführung in die „Trauma-Theorie“ geht es im Seminar um die Erarbeitung einer trauma-sensiblen pädagogischen Haltung. Wie kann man verstehen, was die Kinder und Jugendlichen in ihrem Handeln zeigen? Wie kann man, auf dem Hintergrund eines Traumaverständnisses, pädagogisch mit schwierigem Verhalten und heftigen Konflikten umgehen? Welche Rahmenbedingungen in den Einrichtungen und im Team sind hilfreich, um sowohl mit den einzelnen Kinder/Jugendlichen, der Kinder-/Jugendlichen -Gruppe als auch mit den Eltern/Familien konstruktiv zu arbeiten?
Ziel des Seminars ist anhand praktischer Beispiele -gerne aus dem Kreis der Teilnehmenden) -konkrete Handlungen und mögliche methodischen Herangehensweisen herauszuarbeiten, um mehr Sicherheit in der alltäglichen Arbeit zu gewinnen.
„Alle Kinder mit ADHS sind hyperaktiv“, „ADHS haben nur Jungs“, „ADHS ist nur eine Ausrede“ oder „ADHS gibt es gar nicht“. Die Liste der Mythen ist lang. Kaum einer anderen psychischen Störung wird mit so vielen Vorurteilen begegnet wie der ADHS. Doch Vorurteile und Mythen entstehen meist dort, wo es an Wissen fehlt. Besonders in sozialen Berufen sollte diese Wissenslücke jedoch geschlossen werden, da diese einen wesentlichen Beitrag zur Behandlung einer ADHS liefern können. Dieser Workshop soll nicht nur den gängigsten Mythen auf den Grund gehen, sondern soll vor allem einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Aspekte der ADHS im Kindesalter und den Umgang damit liefern.