Statistisch gesehen kennt jeder von uns mehrere Autisten. Sie zeigen oft Besonderheiten in ihrem Verhalten und ihrer Kontaktgestaltung, die häufig zu Missverständnissen, problematischen Situationen und Belastungen führen können. Die Arbeit und das Leben mit Autisten kann daher eine Herausforderung werden – auch für Fachkräfte in der psychosozialen Arbeit.
Es werden nicht nur Erscheinungsformen und Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung vorgestellt sondern auch zentrale praxisbezogene Informationen hinsichtlich der typischen Symptomatik und den daraus resultierenden Verhalten im Alltag erläutert.
Was ist eigentlich Autismus und was muss ich wissen, um mich im Arbeitskontext gut aufzustellen? Was kann ich im Alltag anders tun? Aus welchen Gründen kommt es oft zu Missverständnissen? Diese und viele anderen wichtigen Fragestellungen werden in dieser Fortbildung beleuchtet.
Wir vermitteln Grundkenntnisse zu Ursachen, Symptomen und Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen und stellen mögliche Interventionen vor. Zudem erläutern wir praktisch das alltägliche Erscheinungsbild, das in der Theorie oft nicht deutlich wird.
Kursleiter*in:
Julija Mihovilovic, M.Sc. Klinische Psychologie, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemische Therapeutin (i.A.)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Merkmale und Besonderheiten des Autismusspektrumstörung
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, „Sich um Kopf und Kragen reden“, „Sprechenden Menschen kann geholfen werden“… eine Reihe geflügelter Worte rankt sich um dieses Thema. Sie bilden einen doch eher ambivalenten Blick auf das gesprochene Wort ab. Wie lässt sich das richtige Maß finden, was braucht es, um sich angemessen mitteilen zu können?
In Gruppen kommen verschiedene Wirkfaktoren hinzu, die Redeanteile bestimmen und eine ganz eigene Kraft entwickeln können: In einem Mehrpersonensetting treffen Menschen aufeinander, die auf der Grundlage der eigenen Erfahrungen in Beziehungen und Kommunikation handeln. Das unausgesprochene Ziel der Gruppe ist es, die Situation, in die sie nun alle zusammen geraten sind, möglichst gut gemeinsam zu bewältigen. Dafür werden Rollen zugewiesen, Allianzen geschmiedet, geredet und geschwiegen. Wie gelingt es, das Erleben jedes/r Einzelnen ebenso im Blick zu behalten wie die sich entwickelnde Gruppendynamik und -bestenfalls- Entwicklung zu ermöglichen?
Inhalt der Fortbildung:
Achtsamkeit im Miteinander Selektive Authentizität vs. Abstinenz Schweigen aushalten und verstehen Bedeutung von Intimität und Öffentlichkeit in Gruppensituationen Gruppendynamik verstehen, Gruppenprozesse erkennen und nutzen Rahmung der Gruppe
Kursleiter*in:
Anke Rabe, Diplom Sozialpädagogin, psychoanalytisch-interaktionelle Gruppenpsychotherapeutin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Gruppendynamik verstehen, Gruppenprozesse erkennen und nutzen
Bedeutung von Intimität und Öffentlichkeit in Gruppensituationen
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Suizidalität ist ein häufiges Thema vieler junger Menschen im Jugendalter. Nicht das „sterben wollen“, sondern der Hilferuf und das „so nicht mehr weiterleben können“ stehen als Motive hinter den Gedanken und Taten. Es kommt gerade bei Mädchen überdurchschnittlich häufig zu Suizidversuchen. Bei männlichen Jugendlichen steht der Suizid als zweithöchste Todesursache nach Unfällen in den Statistiken. Das Seminar soll die Angst vor dem Umgang mit suizidalen Jugendlichen nehmen. Durch die Vermittlung von Hintergrundwissen zur Suizidalität und Handwerkszeug zum Umgang mit suizidalen Krisen soll den Teilnehmenden mehr Sicherheit gegeben werden. U.a. werden Signale und Alarmzeichen erläutert und eine hilfreiche Gesprächsführung wird geübt.
Kursleiter*in:
Sibylle Löschber, Diplom Psychologin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Beratungsstelle neuhland
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Umgang mit Suizidalität
Krisengespräch führen
Preise:
Teilnahmegebühr: 195,00 €
Ermäßigt: 175,00 €
Kategorie:
Modul Weiterbildung, Suizidgefährdung, Trauma, Junge Erwachsene, Psychische Erkrankung
Wie können wir auf Anforderungen von außen reagieren, ohne den Kontakt zu verlieren und „auszusteigen“? Welche Strategien haben wir, wenn wir Grenzüberschreitungen erleben, oder uns überfordert fühlen? Grenzen zu setzen hat nicht nur etwas mit „Nein“ sagen zu tun. Es bedarf eines inneren Raumes, aus dem heraus wir Bedürfnisse und Prioritäten wahrnehmen und kommunizieren können. Was unterstützt uns, in diesem Raum präsent zu sein? Wie können wir Grenzen setzen und zugleich im Kontakt bleiben mit dem, was uns begegnet?
Ziel dieses Methodenseminars ist, durch den Einsatz von Biografiearbeit den Selbstwert und die Selbstachtung der zu beratenden Menschen zu stärken. Diese Methode lässt sich gezielt in pädagogischen, psychosozialen und gesundheitsbezogenen Arbeitsfeldern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzen.
Geleitete, nicht chronologisch angelegte Biografiearbeit ermöglicht, dass Blockaden gelöst, Ressourcen frei gesetzt werden und sich die Resilienz erhöht. Sie dient der Bewältigung von Krisen und ist eine wirksame Methode gegen Schuldgefühle und gegen das Gefühl von Entwurzelung und sie wirkt Ängsten entgegen.
Inhaltlich geht es in der Fortbildung: -um die Bedeutung und Wirkungsweise von Biografiearbeit und -um das Kennenlernen sowie Erproben gezielter Übungen im Einsatz mit den unterschiedlichen Zielgruppen. Beispielsweise eine Übung zur Suche nach eigenen Wurzeln: wo komme ich her, was habe ich von wem mitbekommen, wie wurden frühere Krisen bewältigt.
Hierbei werden Techniken erlernt und der Einsatz von Werkzeugen erprobt.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Kennenlernen der Bedeutung und Wirkungsweise von Biografiearbeit
Ziel dieser Fortbildung ist ein bewusster Einsatz von körperlicher Präsenz und damit mehr Sicherheit und Orientierung in der Interaktion. Das Motto lautet dabei: „Weniger Tun – mehr Da-sein“, d. h. durch körperliche Präsenz zu wirken und die Kontaktarbeit damit leichter und lebendiger zu gestalten. Vor allem in herausfordernden Situationen (Drohungen im Fremd- oder autoaggressiven Bereich, Suizidalität) ist Präsenz von Bedeutung und die Brücke, wenn Sprache nicht trägt. Die adäquate Dosis Präsenz für den jeweiligen Kontakt wird im Seminar fühlbar gemacht. Präsenz bedeutet u. a., sich der eigenen physischen Fähigkeiten in Situationen bewusst zu sein und damit Zuversicht zu vermitteln. Eigene körperliche Kompetenzen (z.B. Beweglichkeit, Entspanntheit) werden in diesem Seminar erforscht und ihre Anwendungsmöglichkeiten für die Arbeit erschlossen. Methoden sind u.a. : Präsenzübungen, Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung, gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz, achtsame Wahrnehmung, Körpersprache, Ausdruck, Haltung, nonverbaler Dialog.
Kursleiter*in:
Henry Just, Diplom Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor, Theaterpädagoge
Zielgruppe:
Mitarbeitende aus dem pädagogischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeld, Kriseneinrichtungen
Schwerpunkt:
Präsenzübungen
Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung
gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz
Viele Jugendliche in den Einrichtungen sind mit psychischen Störungen belastet. Diese verändern das Erleben und Verhalten des Klientels und stellen uns Betreuende vor Fragen im Umgang damit. Durch das vermittelte Hintergrundwissen sollen die Teilnehmer*innen in die Lage versetzt werden, Erleben und Verhalten der Jugendlichen zu verstehen, eine gute Antwort darauf zu finden und sicherer mit den Erscheinungsformen der psychischen Störungen umzugehen. Neben einer Einführung zu den Störungsbildern Angststörungen, Depressionen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ ADHS) und Psychosen (Schizophrenien) und deren Entstehung beinhaltet das Fortbildungsmodul schwerpunktmäßig Antworten auf folgende Fragen: Wie können die betroffenen jungen Menschen und ihre Symptomatik verstanden werden? Wie können diagnostische Beschreibungen (Z. B. Klinikberichte) „übersetzt“ werden? Welche Herangehensweisen können förderlich für die Entwicklung der jungen Menschen sein? Welche sind besonders schwierige Betreuungssituationen? Wie sind die Reaktionen und Gefühle der Betreuenden und was kann unterstützend sein?
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Selbstschädigendes Verhalten bei Jugendlichen, jungen Erwachsenen und zum Teil auch bei Kindern stellt in der pädagogischen und in der therapeutischen Arbeit eine große Herausforderung dar. Im Seminar werden Grundlagen zum Verstehen des selbstschädigenden Verhaltens erarbeitet. Dabei wird auch die Gegenübertragungsdynamik einbezogen. Die Teilnehmer*innen erwerben sich auf der Grundlage dieses Verstehens ihre eigenen Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten für ihren jeweiligen Arbeitsbereich.