Immer wieder erleben wir im Laufe unseres Lebens Übergänge und damit verbundene Ablösungsprozesse. Und häufig sind diese mit schmerzhaften Abschieden verbunden - etwas geht zu Ende und etwas Neues beginnt. Wir müssen uns lösen vom ruhigen Zuhause in die unbekannte Welt von Kita und Schule; vom Familienhund, der stirbt; von lieben Freunden, die weit weg ziehen, aber auch von geliebten Familienmitgliedern, vielleicht sogar eigenen Kindern, die sterben oder vom Partner, der uns verlassen hat. Jeder dieser Abschiede ist ein wichtiger Übergang, der bewältigt werden will und muss. Wie die Übergänge ge- und erlebt werden und inwieweit der damit verbundene Schmerz zugelassen und in etwas Neues verwandelt wird, prägt uns und unser weiteres Leben. Nicht selten hat dies auch Einfluss auf die Beziehung eines Beraters oder Therapeuten zur Klient:in, wenn alte, nicht bewältigte Verluste an die Oberfläche kommen. Manchmal in ganz neuem Gewand.
In diesem Seminar finden wir Antworten auf folgende Fragen:
Wie erleben Erwachsene und Kinder (schmerzhafte) Ablösungsprozesse? Was macht das mit deren sozialen Systemen (Familie, Freundeskreis ...)? Wie wirkt sich ein solcher Abschied auf meine Beziehung zur Klient*in aus; wie kann ich hier gut begleiten, was sollte ich wissen? Wie gehe ich mit in der Kindheit erlebten Bindungsabbrüchen um, wenn sie im Erwachsenenalter im neuen problematischen Gewand daher kommen? Wie gestalte ich Abschiede in der Beziehung zur Klient*in?
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Beziehungen zwischen professionellen Betreuer*innen und Klient*innen spielen in stationären Einrichtungen eine zentrale Rolle. Im Idealfall wirken sie sich positiv auf die Entwicklung der Klient*innen aus. In diesem Modul soll es um die professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung gehen. Es sollen Kompetenzen zur Beziehungsgestaltung vermittelt werden und für Beziehungsprozesse sensibilisiert werden. Nach der Erläuterung des Konzeptes von Übertragung und Gegenübertragung wird die Wahrnehmung und Arbeit mit den eigenen Gefühlen als Mittel zum Verständnis der Gefühlswelt des Jugendlichen vermittelt. Es wird herausgearbeitet wo die Gefahren der Verwicklung in dysfunktionale Beziehungsdynamiken besteht und wie man diese vermeiden kann. Durch angemessene Distanz wird der Überblick behalten und Raum für die eigene Psychohygiene geschaffen, damit eine professionelle Beziehung gestaltet werden kann. Anhand von Fallbeispielen der Teilnehmenden findet ein Transfer in die Praxis statt.
Kursleiter*in:
Dr. Sylvia Siegel, Dr. phil., Diplom Psychologin, Gestalttherapeutin, Supervisorin
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung
Konzept Übertragung und Gegenübertragung
Verwicklung in dysfunktionale Beziehungsdynamiken
Eigene Psychohygiene
Preise:
Teilnahmegebühr: 195,00 €
Ermäßigt: 175,00 €
Kategorie:
Modul Weiterbildung, Selbstmanagement, Methode, Junge Erwachsene, Psychische Erkrankung