Eine Fortbildung zum Thema Nervensystem, Körperwissen und psychosoziale Beziehungspraxis
Im täglichen Handlungsfeld psychosozialer Fachkräfte sind Belastungen, Eskalationen und Beziehungsbrüche keine Seltenheit. Diese haben unmittelbare Auswirkungen auf unseren Körper: beschleunigter Herzschlag, verhärtete Schultern, stockender Atem. Unser Nervensystem entscheidet bei Herausforderungen unmittelbar mit Kampf, Flucht, Erstarren oder Kontakt, lange bevor intervenierende Methoden greifen. Hinter diesen körperlichen Reaktionen liegt kein persönliches Versagen. Es ist unser Nervensystem, das versucht, uns zu schützen. Ist unser Körper im Berufsalltag nicht reguliert, kann keine professionelle Beziehung gestaltet werden. Das Regulieren des Nervensystems ist erlernbar und führt zu einem resilienten Wirken mit Effekt auf die Beziehungsarbeit. Denn: Resilienz beginnt im Körper – und wird in Beziehung gehalten.
Die Fachkräfte erlangen in diesem zweitägigen Workshop Kenntnisse in:
- Wahrnehmen und Verstehen der Signale des eigenen Nervensystems - Mikro-Interventionen zur alltagstauglichen Selbstregulation - Gestaltung bewusster und professioneller Co-Regulationen durch u.a. Erkennen - Setzen und Halten von körpereigenen Grenzen - Umsetzung für die Klient*innenarbeit und das Team für langfristig resilientes Handeln
Resilienz wächst nicht durch Stärke, sondern durch Beziehung - zu uns selbst und anderen.
Methoden
- kurze Theorieimpulse (Polyvagal / Neurophysiologie) - Live-Visualisierung durch Sketchnotes - Körperübungen im Sitzen/Stehen - Atemarbeit - Arbeit mit inneren Bildern & Metaphern - strukturierte Reflexions- & Austauschformate
Innere Bilder werden als somatosensorische Anker genutzt. Sie binden Wahrnehmung, Affekt, Handlung und stabilisieren die Regulation. Lernen ist erfahrungsorientiert und körpernah – nicht rein kognitiv.
Kursleiter*in:
Marvin Deja, B.A Tanz und Bewegungspädagogik in Sozialer Arbeit, Kinderschutzfachkraft (IseF Zertifikat / 28.11.2025), Somatic Experiencing (in Ausbildung)
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Wahrnehmen und Verstehen der Signale des eigenen Nervensystems
Mikro-Interventionen zur alltagstauglichen Selbstregulation
Umsetzung für die Klient*innenarbeit und das Team für langfristig resilientes Handeln
Kommunikation umfasst unser gesamtes Leben. Miteinander reden kann zu Verständnis führen aber auch zu Missverständnissen. Wir wünschen uns einen wertschätzenden Umgang miteinander, doch die Herausforderungen des Berufsalltags machen es uns manchmal schwer. Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam der Frage nachgehen: Wie kann ich in schwierigen Situationen achtsam sein und eine wertschätzende Haltung mir selbst und anderen gegenüber aufrechterhalten? Grundvoraussetzungen für eine gelungene Kommunikation sind Selbstvertrauen und die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt transparent zu vermitteln, sowie Feinfühligkeit und das Verständnis für andere Verhaltensweisen und Denkmuster. Der lebensbejahende Ansatz der “Gewaltfreien bzw. wertschätzenden Kommunikation“ kann Sie dabei unterstützen, sich der eigenen Werte bewusst zu werden und mit beruflichen Herausforderungen konstruktiv umzugehen. Die Fortbildung bietet Ihnen die Gelegenheit, ein Verständnis über die Bedeutung und die Zusammenhänge dieses Kommunikationsansatzes zu erlangen. Durch gezielte und abwechslungsreiche Übungen können Sie schwierige Situationen aus Ihrem Alltag analysieren und dabei die Prinzipien dieser Vorgehensweise entdecken. Es geht darum, sich offen und ehrlich zu begegnen und authentisch zu kommunizieren. Sehr viel Aufmerksamkeit wird in diesem Kurs auf die innere Haltung gelegt mit der wir uns und unseren Mitmenschen begegnen. Achtsame Kommunikation bereichert unser Leben, macht es lebendiger und ermöglicht uns offen und wertschätzend zu kommunizieren und auch in schwierigen Zeiten mit dem anderen in Kontakt zu bleiben.
Kursleiter*in:
Christine Warmuth, Diplom Sozialpädagogin (FH), Kommunikationstrainerin, Coach & Meditationslehrerin, Zertifizierte Trainerin (CNVC) für Gewaltfreie Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte, andere Interessierte
Schwerpunkt:
Verständnis für sich selbst und andere entwickeln
Einen Perspektivwechsel vorzunehmen
Kommunikationsfertigkeiten entwickeln und trainieren
Kommunikationsstrategien für den Alltag zu entwickeln
Wie können wir auf Anforderungen von außen reagieren, ohne den Kontakt zu verlieren und „auszusteigen“? Welche Strategien haben wir, wenn wir Grenzüberschreitungen erleben, oder uns überfordert fühlen? Grenzen zu setzen hat nicht nur etwas mit „Nein“ sagen zu tun. Es bedarf eines inneren Raumes, aus dem heraus wir Bedürfnisse und Prioritäten wahrnehmen und kommunizieren können. Was unterstützt uns, in diesem Raum präsent zu sein? Wie können wir Grenzen setzen und zugleich im Kontakt bleiben mit dem, was uns begegnet?
Ziel dieser Fortbildung ist ein bewusster Einsatz von körperlicher Präsenz und damit mehr Sicherheit und Orientierung in der Interaktion. Das Motto lautet dabei: „Weniger Tun – mehr Da-sein“, d. h. durch körperliche Präsenz zu wirken und die Kontaktarbeit damit leichter und lebendiger zu gestalten. Vor allem in herausfordernden Situationen (Drohungen im Fremd- oder autoaggressiven Bereich, Suizidalität) ist Präsenz von Bedeutung und die Brücke, wenn Sprache nicht trägt. Die adäquate Dosis Präsenz für den jeweiligen Kontakt wird im Seminar fühlbar gemacht. Präsenz bedeutet u. a., sich der eigenen physischen Fähigkeiten in Situationen bewusst zu sein und damit Zuversicht zu vermitteln. Eigene körperliche Kompetenzen (z.B. Beweglichkeit, Entspanntheit) werden in diesem Seminar erforscht und ihre Anwendungsmöglichkeiten für die Arbeit erschlossen. Methoden sind u.a. : Präsenzübungen, Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung, gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz, achtsame Wahrnehmung, Körpersprache, Ausdruck, Haltung, nonverbaler Dialog.
Kursleiter*in:
Henry Just, Diplom Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor, Theaterpädagoge
Zielgruppe:
Mitarbeitende aus dem pädagogischen, sozialpädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeld, Kriseneinrichtungen
Schwerpunkt:
Präsenzübungen
Arbeit mit Stand, Atmung und Körperspannung
gezielter Einsatz und Regulierung von Nähe und Distanz
Immer wieder erleben wir im Laufe unseres Lebens Übergänge und damit verbundene Ablösungsprozesse. Und häufig sind diese mit schmerzhaften Abschieden verbunden - etwas geht zu Ende und etwas Neues beginnt. Wir müssen uns lösen vom ruhigen Zuhause in die unbekannte Welt von Kita und Schule; vom Familienhund, der stirbt; von lieben Freunden, die weit weg ziehen, aber auch von geliebten Familienmitgliedern, vielleicht sogar eigenen Kindern, die sterben oder vom Partner, der uns verlassen hat. Jeder dieser Abschiede ist ein wichtiger Übergang, der bewältigt werden will und muss. Wie die Übergänge ge- und erlebt werden und inwieweit der damit verbundene Schmerz zugelassen und in etwas Neues verwandelt wird, prägt uns und unser weiteres Leben. Nicht selten hat dies auch Einfluss auf die Beziehung eines Beraters oder Therapeuten zur Klient:in, wenn alte, nicht bewältigte Verluste an die Oberfläche kommen. Manchmal in ganz neuem Gewand.
In diesem Seminar finden wir Antworten auf folgende Fragen:
Wie erleben Erwachsene und Kinder (schmerzhafte) Ablösungsprozesse? Was macht das mit deren sozialen Systemen (Familie, Freundeskreis ...)? Wie wirkt sich ein solcher Abschied auf meine Beziehung zur Klient*in aus; wie kann ich hier gut begleiten, was sollte ich wissen? Wie gehe ich mit in der Kindheit erlebten Bindungsabbrüchen um, wenn sie im Erwachsenenalter im neuen problematischen Gewand daher kommen? Wie gestalte ich Abschiede in der Beziehung zur Klient*in?
Diese Fortbildung ist Bestandteil der modularen Weiterbildung "Qualifizierung für die Jugendhilfe und junge Erwachsenenhilfe". Dieses Modul kann hier auch einzeln gebucht werden.
Beziehungen zwischen professionellen Betreuer*innen und Klient*innen spielen in stationären Einrichtungen eine zentrale Rolle. Im Idealfall wirken sie sich positiv auf die Entwicklung der Klient*innen aus. In diesem Modul soll es um die professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung gehen. Es sollen Kompetenzen zur Beziehungsgestaltung vermittelt werden und für Beziehungsprozesse sensibilisiert werden. Nach der Erläuterung des Konzeptes von Übertragung und Gegenübertragung wird die Wahrnehmung und Arbeit mit den eigenen Gefühlen als Mittel zum Verständnis der Gefühlswelt des Jugendlichen vermittelt. Es wird herausgearbeitet wo die Gefahren der Verwicklung in dysfunktionale Beziehungsdynamiken besteht und wie man diese vermeiden kann. Durch angemessene Distanz wird der Überblick behalten und Raum für die eigene Psychohygiene geschaffen, damit eine professionelle Beziehung gestaltet werden kann. Anhand von Fallbeispielen der Teilnehmenden findet ein Transfer in die Praxis statt.
Kursleiter*in:
Dr. Sylvia Siegel, Dr. phil., Diplom Psychologin, Gestalttherapeutin, Supervisorin
Zielgruppe:
Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen oder ähnliche Berufe, Quereinsteigende in der psychosozialen Arbeit
Schwerpunkt:
Professionelle Gestaltung der betreuenden Beziehung
Der Suizid eines Menschen erzeugt ein komplexes, emotional hoch aufgeladenes Feld, das sowohl Betroffene als auch Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. In der Arbeit mit Hinterbliebenen oder im direkten beruflichen Kontext mit suizidalen Ereignissen sind Sozialpädagog*innen häufig mit intensiven Gefühlen wie Ohnmacht, Schuld, Hilflosigkeit oder Scham konfrontiert. Die Frage nach dem "Warum" bleibt oft quälend offen und kann eine tiefe persönliche Betroffenheit auslösen. Diese Fortbildung bietet Fachkräften die Möglichkeit, sich mit den emotionalen und psychischen Auswirkungen suizidaler Krisen auseinanderzusetzen und eigene Ressourcen im Umgang mit diesen Belastungen zu stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei praxisnahe Ansätze zur Selbstfürsorge und Selbstregulation, die helfen, in der Konfrontation mit Suizid handlungsfähig und professionell zu bleiben.
Schwerpunkte der Fortbildung: • Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid • Die Dynamik zwischen Trauma und Trauer erkennen und einordnen • Einführung in wirkungsvolle Techniken zur Selbstregulation • Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis • Stärkung der eigenen Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen • Reflexionsräume und kollegialer Austausch
Methodik: Die Fortbildung verbindet theoretischen Input mit praxisorientierten Übungen, Selbsterfahrungselementen sowie Raum für kollegialen Austausch. Ziel ist es, individuelle Strategien zu entwickeln, die in belastenden Situationen unmittelbar unterstützend wirken und langfristig zur Resilienz beitragen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Verstehen emotionaler Prozesse nach einem Suizid
Dynamik zwischen Trauma und Trauer
Techniken zur Selbstregulation
Handlungskompetenz im Umgang mit suizidalen Krisen
Transfer traumatherapeutischer Ansätze in die pädagogische Praxis
Wer kennt sie nicht, die negativen Stimmen im Kopf, die uns antreiben, be- und verurteilen und durch ihre subtilen Angriffe unseren Selbstwert, unsere Kreativität und Lebendigkeit untergraben: Das schaffst du nicht! Beeil dich und mach´ keine Fehler! Schau, dass alle zufrieden sind! Nicht gut genug! Sei belastbar und liebenswert! Sei perfekt!
Im Seminar wenden wir uns diesen Plagegeistern zu, um ihre Wirkung und Bedeutung besser zu verstehen und gesündere Strategien im Umgang mit Anteilen zu finden, die uns vermeintlich vor Schmerz, Fehlern und negativen sozialen Folgen schützen, tatsächlich aber eher Ängste, Druck und Stress erzeugen und verstärken.
Methoden: Einzel- und Kleingruppenarbeit, Übungen, Erfahrungsaustausch, Trainer - Input
Wir gehen im Seminar davon aus, dass Leitungskräfte alles, was sie für Ihre Arbeit brauchen bereits in sich tragen. Manches davon kann sicher erweitert oder verändert werden. Denn woran sollen sich Leitungskräfte in komplexen, schwierigen Situationen orientieren, wenn nicht an sich selbst?
Im Seminar werden wir uns austauschen über Erfahrungen, die wir mit Leitungskräften in unserer beruflichen Laufbahn gesammelt haben. Wir rekonstruieren das Verständnis von Führung im Wandel der Zeit und betrachten aktuelle Leitungsmodelle. Wir versuchen die Aufgaben von Leitung zu definieren. In Anerkennung der Komplexität und Unvorhersehbarkeit der modernen Arbeitswelt und der sich daraus ergebenen Unsicherheiten und Dilemmata, wie die Regulation von Nähe und Distanz, von Gleichbehandlung aller und dem Eingehen auf den Einzelfall, von Wirtschaftlichkeit und Qualität usw., in der jede Leitungskraft in der Regel steckt, suchen wir nach Orientierungspunkten. Die Beschäftigung mit den eigenen wegweisenden Werten wird dabei eine Rolle spielen.
Außerdem beschäftigen wir uns im Seminar mit Ausgleichsleistungen, die nötig werden, wenn die Arbeit in Teams ungleich verteilt ist. Denn diese Ungleichheit erzeugt auf lange Sicht Unfrieden zwischen den MitarbeiterInnen. Uns interessiert, wie Leitungskräfte diesen Ausgleich fördern können.
Nach Expertenmeinung leiden professionelle Helfer*innen häufig an Traumata, ohne die zu Grunde liegenden Ereignisse selbst erlebt zu haben. Sie können von Gefühlen, die in der Begegnung mit traumatisierten Menschen ausgelöst werden, geradezu überwältigt sein. In der Resonanz hat das Trauma „ansteckende“ Wirkung und löst Belastungen aus, die als Sekundärtraumatisierung bezeichnet werden. Symptome einer sekundären Traumatisierung können ähnlich einer primären Traumatisierung sein. Diese sind u.a.: Gefühle von Erschöpfung, Müdigkeit, Zweifel am Sinn der Arbeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, sich taub fühlen und keine Freude mehr empfinden.
Ziele des Seminars sind Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen und Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmer*innen wird die eigene praktische Psychohygiene im Mittelpunkt stehen.
Kursleiter*in:
Marianne van Kempen, Diplom Soziologin, Supervisorin (DGSv), Theaterpädagogin
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Wahrnehmen und Erkennen von Traumatisierungen
Erproben von Techniken zur Bewältigung und Prävention von Sekundärtraumatisierung
Die Arbeit mit psychisch belasteten Klient:*innen stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte in der Jugendhilfe. Sie erfordert Einfühlungsvermögen, Resilienz sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbstregulation. Begegnungen mit Klient*innen können dabei intensive Gefühle auslösen, die einerseits eine wertvolle Ressource für die Beziehungsarbeit darstellen, andererseits aber auch belasten sind und die fachliche Einschätzung beeinträchtigen können. Ein bewusster Umgang mit diesen emotionalen Erfahrungen ist daher entscheidend, um Jugendliche und ihre Familien kompetent und stabil begleiten zu können.
In diesem Seminar lernen Sie einen praxisnahen Rahmen auf Grundlage der Mentalisierungstheorie kennen. Er unterstützt Sie dabei, Ihre eigenen Toleranz- und Mentalisierungsfenster wahrzunehmen und persönliche Muster in Situationen emotionaler Überforderung zu erkennen. Anhand von Fallbeispielen reflektieren Sie verstrickte Dynamiken und erhalten Impulse und Strategien, um Denkraum und emotionalen Abstand zu gewinnen. In praktischen Übungen erproben Sie zudem Selbstregulationstechniken, die Ihnen helfen, Ihre emotionale Stabilität im Berufsalltag zu stärken und Ihre Arbeit mit belasteten Jugendlichen noch professioneller zu gestalten.
Kursleiter*in:
Gergana Karaboycheva, Ärztin, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Ernst von Bergmann, Potsdam
Bindungsmuster und deren Störungsbilder, Sensibilisierung und Umsetzung von Nähe und Distanz
Bindung gehört zum grundlegenden Bedürfnis aller Menschen. Sie ist ein wesentliches Element, um in der professionellen Begleitung von Menschen Einfluss auf die Entwicklung der zu Betreuenden zu nehmen. In der Praxis unserer Arbeit haben wir es vielfach mit bindungsgestörten Klient*innen zu tun, die sich abweisend, aggressiv und widersprüchlich verhalten. Um den Jugendlichen neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen, braucht es einen klaren Blick auf Beziehungsdynamiken und mögliche Verstrickungen. Wer gesunde Grenzen in der Übernahme von Verantwortung für sich und den Klienten findet, kann leichter auf Grenzüberschreitungen reagieren, Überforderungssituationen auflösen und angemessene Formen des Kontaktes schaffen. Der kluge Umgang mit schwierigen Situationen ist immer auch ein kluger Umgang mit sich selbst.
Am ersten Tag geht es entsprechend um eigene Stärken und Ressourcen des Selbstkontaktes und der Selbstregulation sowie um innere Überzeugungen, die Räume für Begegnung öffnen bzw. blockieren.
Der zweite Tag beschäftigt sich mit schwierigen Alltagsituationen und dem Blick auf bindungsgestörte Klient*innen, um manipulative Beziehungsdynamiken zu erkennen und Nähe- und Distanzregulation zu üben.
Führungskräfte im psychosozialen Bereich stehen täglich vor der Herausforderung, komplexe Anforderungen zu koordinieren: eigene Ansätze und Werte, Erwartungen von Mitarbeitenden, institutionelle Rahmenbedingungen sowie externe Vorgaben. Diese Vielschichtigkeit souverän zu gestalten, ist Kern guter Führung. In dieser Fortbildung lernen Sie, Ihr Selbstmanagement zu schärfen und Ihre Handlungsfähigkeit gezielt zu erweitern. Ziel ist es, dass Sie Ihre Leitungsrolle klarer, effizienter und proaktiv ausfüllen – und dabei neue Energie für Ihre tägliche Praxis gewinnen.
Inhalte: · Zeitmanagement optimieren: den richtigen Zeitpunkt für Interventionen erkennen und nutzen · Proaktives Denken entwickeln: wichtige Aufgaben rechtzeitig und wirksam angehen · Rollen klären: bewusst unterscheiden zwischen eigenem Handeln und Delegieren an Mitarbeitende
Methoden: · Analyse aktueller Lebens- und Berufsrollen im organisationalen Kontext · Erkennen von Mustern in Erfolgen und Konflikten als Ansatzpunkt für wirksame Interventionen · Training mit spezifischen Tools, künstlerischen und musikalischen Methoden · Gruppencoachings zur Reflexion und Umsetzung im eigenen Praxisfeld
Ablauf: · 1-tägiges Präsenztraining · Optional (nicht im Preis inbegriffen) gibt es die Möglichkeit, 4 begleitende Online-Gruppencoachings zur nachhaltigen Integration in Ihre Führungspraxis zu erhalten. Hier werden Sie ein eigenes Projekts aus Ihrem Arbeitsfeld als persönlichen Entwicklungsgegenstand bearbeiten.
Nutzen für Sie · Mehr Klarheit über Ihre Rolle und Ihren Beitrag in der Organisation · Gestärktes Selbstbewusstsein im Umgang mit komplexen Rahmenbedingungen · Effizienteres, souveräneres Leiten von Prozessen · Erfrischung und Stärkung für Ihre tägliche Leitungspraxis
Kursleiter*in:
Heiner von Viebahn, Supervisor DGSV, Sozialpädagoge, Organisationsberater
Zielgruppe:
Führungskräfte im psychosozialen Bereich, angehende Führungskräfte
Im Kontext von psychosozialer Arbeit ist die Beziehungsgestaltung zu unseren Klient*innen sowohl im stationären als auch im ambulanten Setting immer wieder eine Herausforderung in den helfenden Berufen. Wir sind oft mit Wünschen und Sehnsüchten jedoch auch mit Ablehnung und Feindseligkeit uns gegenüber konfrontiert. Dann fragen wir uns, wieviel Nähe tut den Klient*innen gerade gut und wo ist Abgrenzung notwendig. Manchmal jedoch sind wir verstrickt, so dass wir erst im Nachhinein bemerken, dass über unsere Grenzen gegangen wurde oder wir die Grenzen der Klient*innen verletzt haben. Um unseren Klient*innen ein gesundes Beziehungsangebot machen zu können, ist es wichtig, unser Nähe- und Distanzverhalten zu reflektieren.
In dieser Fortbildung wollen wir die Möglichkeit geben, die Haltung bezüglich Nähe und Distanz zu den Klient*innen anzuschauen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dies wollen wir auch mit Hilfe von praktischen Übungen tun. Gerne können auch eigene Fälle mitgebracht werden.
Kursleiter*in:
Gerlinde Huber, Diplom Pädagogin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Fachkräfte in psychosozialen und medizinischen Arbeitsfeldern sind geübt darin, Menschen in persönlichen Krisen zu begleiten und zu stabilisieren. Doch was geschieht, wenn kollektive Krisen – globale Konflikte, gesellschaftliche Spannungen, ökologische und ökonomische Unsicherheiten – uns alle betreffen? Wenn diese Phänomene auch bei „den Profis“ Verunsicherung, Angst, Erschütterung oder Erschöpfung auslösen?
Diese Fortbildung bietet Raum, die eigene Resilienz zu stärken und Wege zu finden, innerlich stabil zu bleiben, auch wenn das Außen wankt. Denn Krisen tragen immer auch die Möglichkeit in sich, Entwicklung und Wandlung anzustoßen.
Gemeinsam wollen wir erkunden:
Welche Chancen und Lernfelder können in herausfordernden Zeiten liegen?
Welche Haltungen, Überzeugungen und Muster unterstützen oder behindern unsere innere Stärke?
Wie gelingt es, präsent, handlungsfähig und mitfühlend zu bleiben – für uns selbst, unser Umfeld und unsere Klient*innen?
In einem geschützten und wertschätzenden Gruppenrahmen verbinden sich theoretische Impulse mit Selbsterfahrung und Reflexion. Kurze Inputs zu Krise, Trauma und Entwicklung wechseln sich mit dialogischen, mentalen, körperorientierten und aufstellungsbasierten Methoden ab. So entsteht ein Prozess, der individuelles Coaching innerhalb der Gruppe ermöglicht und persönliche Ressourcen sichtbar macht.
Thematische Schwerpunkte:
Verantwortung in Zeiten kollektiver Erschütterungen: „Darf es mir gut gehen, wenn es anderen schlecht geht?“
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten
Eigene Ausrichtung finden – ohne andere(s) abzulehnen
Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven und Polarisierungen: Entwicklung von Ambiguitätskompetenz
Offenheit und Neugier bewahren – trotz Unsicherheit und Wandel
Diese Coaching-Tage bieten Freiraum und Struktur, um persönliche Stabilität, berufliche Wirksamkeit und innere Balance neu zu entdecken und zu stärken.
Kursleiter*in:
Claudia Ehlert, Soziologin, M. A., Supervisorin (DGSv) und Fortbildnerin mit Schwerpunkt Psycho-Traumatologie/Trauma-Pädagogik
Zielgruppe:
Psychosoziale Fachkräfte
Schwerpunkt:
Förderung hilfreicher Denk- und Gefühlsmuster
Präsenz und Verankerung im Hier und Jetzt
Transformation von (un-)bewussten Schuldgefühlen und Ängsten